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Türkei sperrt erneut YouTube: Meinungsfreiheit und Demokratie in der Türkei


Türkei sperrt erneut YouTube: Angeblich gibt es in der Türkei ja so etwas wie Meinungsfreiheit, aber eben diese Meinungsfreiheit scheint am Bosporus noch ein sehr zartes Plätzchen zu sein, denn heute wurde bekannt, dass die Videoplattform YouTube erneut von durch ein türkisches Gericht gesperrt wurde und somit alle Inhalte von YouTube nicht mehr in der Türkei zu sehen sind.

Ganze 2 Jahre lang war es türkischen Internetnutzern nicht möglich auf die Videoplattform YouTube zugreifen, was offiziell mit einer Verunglimpfung des türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk begründet wurde, der hier als Affe dargestellt wird. Bereits in der vergangenen Woche wurde jedoch bekannt,  dass die beanstandeten Videos von einer deutschen Firma bei YouTube entfernt wurden…

YouTube Zensur in der Türkei umgehen und trotz Verbot YouTube Videos sehen

Nach geltendem türkischen Gesetz steht die Verunglimpfung von Atatürk sowie ebenfalls von anderen Repräsentanten des Staates oder auch des “Türkentums” im allgemeinen unter Strafe und Grund für die erneute Zensur des Internets durch türkische Gerichte ist diesmal die Veröffentlichung von heimlich gedrehtem Videomaterial, die offenbar den ehemaligen türkischen Oppositionsführer mit einer Parteikollegin im Schlafzimmer eines Hotels zeigen. Dieses Video ist bei YouTube derzeit noch unter dem Namen Deniz Baykal Skandal videosu zu finden und wurde in den letzten Monaten mehrfach kommentiert und auch von anderen YouTube Usern humorvoll nachgestellt…


Wer sich jedoch gegen Zensur und Überwachung wehren möchte und auch gesperrte Webseiten aufrufen möchte, findet hier eine Anleitung, die ebenfalls für die gesperrte Plattform YouTube in der Türkei funktioniert: YouTube Zensur in der Türkei umgehen

Der Zensurwahn der Türkei betrifft derzeit mehr als 5000 Webseiten, die somit für türkische User gesperrt wurden wobei in vielen Fällen nicht nur Gerichte für die Zensur verantwortlich sind, denn die türkische Aufsichts- und Zensurbehörde TIB legt das Gesetz zur “Regulierung von Veröffentlichungen im Internet” sehr weit aus und mittlerweile wird in der Türkei auch die angebliche Darstellung von Obszönitäten für eine fadenscheinige Begründung der Zensur im Internet immer häufiger angewandt.


1 Antwort

  1. Birgitt Petzold sagt:

    Andere Länder andere Sitten, obwohl ich sagen muss, der Videoblog von ARD, Namentlich Orientexpress, zeigt ein ähnliches Bild. Ein Land zwischen Tradition und Moderne. Ich hoffe der Wandel geht schneller von statten. Einerseits werden immer noch minderjährige Mädchen zwangsverheiratet, andererseits trinkt man dort deutsches Bier und es gibt sogar Frauen als Fußballtrainer oder Fahrschullehrer.
    Mehr bewegung in der Türkei wäre schön, natürlich im Gesellschaftlichen Denken.

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