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Staatstrojaner Reloaded: Chaos Computer Club zum neuen Bundestrojaner

Neuer Staatstrojaner und der CCC: Nachdem die verantwortlichen Politiker zähneknirschend die Existenz des nicht existierenden Bundestrojaners zugeben mussten, die Innenminister der Länder sich plötzlich für die elektronische Bespitzelung aussprachen und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ein “Kompetenzzentrum” zur Entwicklung von Software zur Überwachung der Bevölkerung einrichtet, hat nun der Chaos Computer Club auch die zweite Version des Staatstrojaners analysiert.

Natürlich glauben wir dem Bundesinnenministerium aus diesem Grund jedes Wort, wenn jetzt offiziell  erklärt wird, dass angeblich keine der dem Innenministerium unterstellten Behörden den neuen Trojaner jemals genutzt habe, denn warum sollte uns eine Behörde auch belügen wollen…?

Der Staat spioniert munter weiter: Staatstrojaner 2.0 unter der Lupe

Nach Angaben des CCC ist auch der Staatstrojaner 2.0 technisch veraltet und sicherheitstechnisch ausgesprochen bedenklich, da auch die neue Variant ohne Probleme in der Lage ist, sowohl das Mikrofon, als auch die Kamera des infizierten Rechners zu starten und ebenfalls Screenshots anfertigen kann. Somit kann die staatliche Spionage Software weiterhin für rechtswidrige Aktionen eingesetzt werden.


Technische Details zur zweiten Version des Staatstrojaners sind ebenfalls bei securelist.com zu finden und sollte einer unserer Damen und Herren Volksvertreter zum Thema Verfassung und Grundgesetz noch Nachholbedarf haben, möchte ich erneut auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Onlinedurchsuchung hinweisen, da sich beim Bundestrojaner wohl kaum Überwachung und Durchsuchung trennen lassen!

Staatstrojaner, Grundgesetz und die Glaubwürdigkeit der Behörden

Die verfassungswidrige Nachladefunktion steht nach der Analyse des Bundestrojaners 2.0 auch weiterhin scheunentorweit offen, was bedeutet, dass unbefugten Dritten vom spukhaften Fernlöschen von Dateien bis hin zur akustischen Raumüberwachung genauso viele Möglichkeiten geboten werden, wie den ermittelnden Beamten und ihren von Unkenntnis der technischen Sachlage geplagten Vorgesetzten, wie in der Erklärung des CCC detailliert beschrieben wird.


Zu den Gefahren für unsere Verfassung durch die schleichende Aushöhlung unserer Grundrechte solltet Ihr Euch auch die Presseerklärung der Piratenpartei unter dem Titel: “Trojaner und TKG – zwei Wege in die Verfassungswidrigkeit” durchlesen und entsprechend verbreiten…

Staatstrojaner: Erklärung zur Funktionsweise auf YouTube
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=eRFhpmiUwU4[/youtube]

Die Sicherheitsfirma F-Secure bestätigte die Untersuchungen des Chaos Computer Clubs und erklärte, dass der Bundestrojaner auch einen Keylogger einhält, der alle Tastatureingaben speichert und somit auch Benutzernamen und Passwörter an die Staatssicherheit ermittelnden Behörden übermittelt.

Ebenso wie der CCC fordert eine Vielzahl von besorgten Bürgern einen vollständigen Verzicht auf Trojanereinsätze bei Ermittlungsverfahren, da durch derartige Eingriffe in die Privatsphäre (angeblicher) Krimineller die Grundrechte massiv verletzt werden und ich empfehle hierzu den Kommentar bei sicherheit-online.org zu lesen, denn manchmal kann man gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte!

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