Sanierung auf Staatskosten? Telekom will 25 Milliarden Euro für DSL Ausbau

Die Versprechen im Bereich DSL Ausbau klingen bei allen Politikern immer toll und sprechen insbesondere die Kunden an welche seit Jahren in ländlichen Regionen noch ohne ausreichende Bandbreite online gehen müssen. Nun hat die gegenwärtige Bundesregierung immer wieder betont, die gesamte Republik mit 50 Megabit schnellem Internet zu beglücken und will dieses Vorhaben sogar bis zum Jahr 2018 durchgeführt haben. Natürlich wurden hier noch keine konkreten Pläne vorgelegt, wie man in der nahen Zukunft VDSL auch in die entlegensten Regionen bringen könnte. Grund genug für die Telekom eine Rechnung zu präsentieren, bei welcher der geplante Netzausbau zum einen vom deutschen Steuerzahler zu bezahlen ist und zum anderen die langsam schwindende Vormachtstellung des Ex-Monopolisten wieder sichern dürfte…

25 Millarden Euro Steuergelder für ein privates Unternehmen?

Telekom DSL Ausbau auf Kosten der Steuerzahler?Auch wenn der Bund generell allen privaten Unternehmen finanzielle Unterstützung bei diesem gigantischen Vorhaben in Aussicht gestellt hat, ist die jetzt vorgelegte Rechnung der Telekom sehr fragwürdig, denn offenbar geht man in der Konzernleitung davon aus, dass hier wieder die guten Beziehungen zu Regierungskreisen zu einer Bevorzugung des ehemals staatlichen Unternehmens führen, was wiederum die Mitbewerber eindeutig benachteiligen würde.

Telekom Chef Niek Jan van Dame erklärte hierzu im Nachrichtenmagazin Focus, dass man zunächst 10 Milliarden Euro von der Bundesregierung fordert, um 65% der deutschen Haushalte innerhalb von 2 Jahren mit ausreichender Geschwindigkeit versorgen zu können und es danach von den politischen Rahmenbedingungen abhängen würde, wie der weitere Ausbau voran ginge.


Klingt für Außenstehende beinahe so, als ob hier bereits mit Telekom Lobbyisten innerhalb der Bundesregierung hinter verschlossenen Türen Verhandlungen geführt wurden, und ein weiterer Breitbandausbau davon abhängen könnte, ob diese auch noch nach der Bundestagswahl einem Platz im Parlament innehaben. Da sich zudem etwa 14,5% der T-Aktie im Besitz der Bundesrepublik befinden, wäre eine Vergrößerung der DSL Marktanteile zudem eine bedenklich Win-Win-Situation…

Schaut man sich den DSL Markt in Deutschland etwas genauer an, so kann man sehr gut erkennen, dass der Marktführer Telekom als einiges Unternehmen regelmäßig DSL Kunden verliert und auch bei der Anzahl der Neuanschlüsse rückläufige Kundenzahlen hat, Anbieter wie 1&1, Telefonica (o2), Vodafone und die Kabelanbieter jedoch immer weiter zulegen. Die Telekom hält gegenwärtig einen Marktanteil von knapp 43%, könnte aber bei einer derart massiven Unterstützung beim DSL Ausbau in ländlichen Regionen hier wieder deutlich zulegen, so dass jetzt abzuwarten ist, ob andere DSL Anbieter ebenfalls in die Ausbaupläne der Bundesregierung mit einbezogen werden, oder ob dieses Milliardengeschäft bereits im Vorfeld ausgewürfelt wurde…
(Bildquelle: Telekom Presse)