• Allgemein

Radioaktives Jod 131 und der vermeidliche Schutz durch Jodtabletten

Gefahren durch radioaktives Jod: Bei einem Atomunfall bzw. im Falle eines Kernschadens oder einer Kernschmelze sorgt Jod 131 und Jod 133 radiotoxisch gesehen schnell für große Schäden, da diese radioaktiven Substanzen niedrige Schmelz- und Siedetemperaturen haben und somit als erste Nuklide in größerer Konzentration freigesetzt werden.

Radioaktive Teilchen wie Jod 133 und Jod 131 sind an Staub gebunden, befinden sich im Niederschlag oder sind gasförmig in der Atmosphäre verteilt. Die Strahlung von radioaktivem Jod gelangt also über die Atemluft, die Nahrungsaufnahme und über die Haut in den Organismus. Sowohl Jod 131, als auch Jod 133 sind sogenannte Beta- und Gammastrahler, welche für Mensch und Tier schädliche Strahlung abgeben, sobald diese sie in den Körper gelangen oder sich auf der Haut festsetzen.

Halbwertszeit von Jod 131 und Jod  133 sowie gesundheitliche Risiken

Der alleinige Kontakt mit Jod 133 und Jod 131 kann bereits in geringen Dosierungen zu Krebserkrankungen führen. Die Halbwertszeit von Jod 131 liegt bei 8 Tagen und bei Jod 133 sogar nur bei 20,8 Stunden, aber beim Zerfall des radioaktiven Jods entsteht Betastrahlung. Werden diese Betastrahler in den Körper aufgenommen, sind Strahlenbelastungen in der Umgebung des Strahlers sowie Schilddrüsenkrebs beim Betroffenen die Folge.


Im Ausland wurden in der Vergangenheit Jod-Tabletten an Anwohner von Atomkraftwerken verteilt, aber auch in Nordrhein-Westfahlen verfügen die Kreise Höxter, Lippe und Steinfurt aufgrund der Nähe zu niedersächsischen Atomanlagen über Depots an hochdosierten Jodtabletten, welche bei einem GAU oder Atomunfall und einem Austritt von Jod 133 und Jod 131 an die Anwohner verteilt werden würden. Allerdings ist hinlänglich bekannt, dass Jodtabletten gegen Caesium, Plutonium und andere radioaktive Stoffe keinerlei Wirkung zeigen…

Jod Tabletten als Schutz vor radioaktivem Jod 131 und Jod 133 wenig sinnvoll

Radioaktives Jod wird wie das in der Natur vorkommende natürliche Jod in der Schilddrüse gespeichert. Die WHO empfiehlt, bei einer akuten Bedrohung durch radioaktives Jod, 130 mg Kaliumjodid in Tablettenform einzunehmen, damit die Schilddrüse gesättigt ist und somit die radioaktiven Teilchen nicht mehr aufgenommen werden können.


Die Einnahme von Jodtabletten schützt jedoch nur vor der Aufnahme von radioaktivem Jod 131 und Jod 133 in der Schilddrüse, jedoch generell nicht gegen die Wirkung anderer radioaktiver Stoffe, die ebenfalls bei einem Atomunfall freigesetzt werden. Aus diesem Grund ein möglicher Schutz durch die Einnahme von  Jodtabletten nur gleichzeitig mit dem Einatmen von radioaktivem Jod sinnvoll, so dass Jodtabletten nur auf Anordnung der Behörden zum richtigen Zeitpunkt eingenommen werden dürfen.

Grundsätzlich ist es nicht sinnvoll ist, hohe Jod-Dosierungen prophylaktisch ohne ärztlichen Rat zu sich zu nehmen, denn einer Überdosierung mit Jod kann es zu einer Überreaktion der Schilddrüse kommen, was nicht nur das allgemeine Wohlbefinden erheblich stört, sondern auch der Hormonhaushalt und wichtige andere Körperfunktionen negativ beeinflussen kann.

3 Antworten

  1. Patrick Peter sagt:

    Also ich finde die Erklärung wirklich sehr gut aber was ich daran nicht wirklich verstehe ist
    wenn die Menschen und Wissenschaftler wissen
    das diese Substanz so gefährlich ist wieso werden dann noch heute die radioaktiven Brennstäbe zusammen gesetzt vielleicht sollte sich die Wissenschaft mal damit auseinander setzen wie man dieses Material in der Gefahr mindert bzw einen geeignetes Gegenmittel zu entwickeln denn ich bin der Meinung das solche mittel nicht eingesetzt werden dürfen bevor es nicht ein richtiges wirkungsvolles gegenmittel gibt

  2. peter hartmann sagt:

    Fehler ?
    …empfiehlt…130 mg Kaliumjodid in Tablettenform einzunehmen…

    sind nicht 130 ug (also Mikrogramm) Kaliumiodid gemeint, also 1000 fach weniger ?
    130 Milligramm ist eine viel zu hohe Menge

  1. 17. März 2011

    […] biologische Halbwertszeit von Jod, Plutonium und Caesium sowie anderer radioaktiver Stoffe bezeichnet die Zeitspanne, in der in einem […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.