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Provider verraten 300.000 IP-Adressen von angeblichen Raubkopierern

Provider verraten Kundendaten: Zum Thema Filesharing und der fragwürdigen Kooperation der Internet Serviceprovider mit der Musikindustrie wurden gestern wieder spannende Zahlen vorgelegt, welche belegen, dass deutsche Internetprovider monatlich etwa 300.000 IP-Adressen von angeblichen Filesharern an Rechteinhaber wie Plattenfirmen und Filmstudios weitergeben, was nicht selten zu teuren Abmahnungen und anderen Aktionen gegen die Betroffenen führt.

Nach Angaben der Musikindustrie und der Abmahnlobby hätte die immer stärkere Verfolgung von illegalen Downloads dazu geführt, dass die Zahl der unberechtigt verbreiteten Werke seit 2008 um mehr als 20% zurückgegangen sei, so dass wohl auch in Zukunft weiter fleissig Kundendaten bei den Providern eingesammelt werden.

Internetanbieter geben personenbezogene Kundendaten weiter

In einer Pressemitteilung von ECO, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. steht zu diesem fragwürdigen Vorgehen der deutschen Provider wörtlich:


“…die Wahrscheinlichkeit, bei illegalen Downloads entdeckt und belangt zu werden,  steigt ständig. eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft ermittelte, dass deutsche Internet Provider jeden Monat die Benutzerdaten zu 300.000 Internetverbindungen an die Rechteinhaber-Industrie geben, nachdem diese entsprechende Gerichtsbeschlüsse erwirkt hat…” (Pressemeldung eco)

Die derzeit eingesetzten Techniken, mit welcher eine angebliche Urheberrechtsverletzung festgestellt wird, sind jedoch nicht selten ungenau und fehlerhaft, so dass immer wieder unschuldige User durch die Musikindustrie kriminalisiert werden.


Hier sollten die Datenschutzbeauftragen vielleicht einmal aktiv werden, denn die Provider informieren ihre Kunden fast niemals darüber, dass personenbezogene Daten an Dritte weitergegeben werden, was eigentlich einen klaren Verstoß gegen geltende Gesetze darstellt.

Auch eco kritisiert das Vorgehen Abmahnindustrie gegen angebliche Filesharer

Auch wenn der Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V. grundsätzlich die Zusammenarbeit zwischen Providern und den jeweiligen Rechteinhabern begrüßt, wird in der aktuellen Pressemitteilung auch das überzogene Vorgehen der Industrie gegen angebliche Raubkopierer kritisiert, denn weiter ist zu lesen:

“…die extrem harte Linie der Rechteinhaber gegen die Verdächtigen betrachtet man bei eco allerdings zwiespältig. Für Vorstand Oliver Süme, Ansprechpartner für Urheberrechtsthemen, schießen die Unternehmen oft übers Ziel hinaus: „Sobald die Rechte-Konzerne die Nutzeradresse kennen, haben sie selbst in der Hand, wie sie weiter vorgehen. In den meisten Fällen würde wohl ein Warnbrief reichen. Es muss nicht immer gleich eine Abmahnung für mehrere hundert Euro sein…” (Pressemeldung eco)

Der Verband der Internet Service Provider in Österreich empfiehlt seinen Mitgliedern  übrigens, die betreffenden Kundendaten nicht an die Rechteinhaber herauszugeben, denn seit der Reform der Strafprozessordnung sind bei Delikten, wie etwa Urheberrechtsverletzungen im privaten Bereich, genereall keine Ermittlungsverfahren mehr vorgesehen…

1 Antwort

  1. 13. Juni 2011

    […] IP-Adressen in den Logfiles der Kino.to Server wirklich zweifelsfrei die Identität einzelner “Raubmordkopierer” festgestellt werden […]

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