Plastik im Bier? NDR Report zu Mikroplastik in Bier und Mineralwasser


Deutsches Bier verunreinigt? Jetzt hört der Spaß aber auf, denn nach Untersuchungen des NDR sind deutsche Biere offenbar mit kleinen Plastikfasern verunreinigt, welche nach Meinung von Wissenschaftlern schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen können, da sich diese Partikel im Gewebe anreichern können. Die Partikel aus Mikroplastik haben sich nach Angaben des NDR in vielen der beliebtesten Biersorten Deutschlands befunden. Der Deutsche Brauer Bund hat zwar die Vorwürfe bestritten und weist die Anschuldigungen der NDR Sendung Markt entsprechend zurück, aber dennoch bleibt hier ein flaues Gefühl im Magen zurück, denn wenn man selbst dem deutschen Bier nicht mehr trauen kann, sind wohl Hopfen und Malz endgültig verloren.

Welche Biermarken sind in Deutschland mit Mikroplastik verunreinigt?

Mikroplastik im Bier?Nach den Recherchen des NDR Verbrauchermagazins Markt sind auch in Deutschland mehrere beliebte Biersorten mit Fasern aus Mikroplastik verunreinigt. Die nachfolgende Übersicht der mit Mikroplastik verunreinigten Biere entstammt der NDR Sendung Markt vom 02.06.2014:

  • Radeberger: 2 Mikropartikel Plastik pro Liter
  • Becks: 33 Mikropartikel Plastik pro Liter
  • Veltins: 42 Mikropartikel Plastik pro Liter
  • Krombacher: 42 Mikropartikel Plastik pro Liter
  • Warsteiner: 46 Mikropartikel Plastik pro Liter
  • Paulaner: 70 Mikropartikel Plastik pro Liter
  • Jever: 79 Mikropartikel Plastik pro Liter

Sollten die Vorwürfe stimmen, bin ich als bekennender Jever-Fan natürlich dezent erschüttert, zumal auf den Webseiten der Brauereien noch nicht einmal eine Gegendarstellung oder Pressemeldung veröffentlicht wurde…


Hier direkt zum NDR Video in voller Länge

Nach Angaben innerhalb der Sendung wurden übrigens auch in allen anderen getesteten Biersorten mikroskopisch kleine Plastikteilchen gefunden, was zum beginnenden Sommer und der Fußball WM den Brauereien wenig schmecken dürfte.


Update 01 und erste Medienberichte zum Thema Mikroplastik im Bier:

  • NDR-Sendung findet Mikroplastik in Bier und Mineralwasser
    “…mikroskopisch kleine Plastikfasern sollen Biere und Mineralwässer verunreinigen. Bei einem NDR- war kein einziges Getränk frei von Rückständen..” (via: stern.de)
  • Bier und Mineralwasser soll Plastikteilchen enthalten
    “…ein Gutachten für den NDR hat Mikroplastikfasern in Bier und Mineralwasser nachgewiesen…” (via: welt.de)
  • Forscher schlagen Alarm: In diesen Biermarken schwimmt Plastik
    “…was dem Franzosen sein Wein, ist dem Deutschen sein Bier. Doch nach NDR-Recherchen ist des Deutschen liebstes Getränk teilweise massiv verunreinigt…” (via: focus.de)

In Deutschland scheint man sich jedoch wenig um die Konsequenzen aus der möglichen Verunreinigung von Bier durch diese mikroskopisch kleinen Plastikfasern zu machen, denn nach Medienberichten erklärten sich sowohl das Bundesumweltministerium als auch das Bundesministerium für Ernährung für die Problematik für nicht zuständig zu sein und verwiesen für weitere Anfragen zu Microplasik im Bier jeweils auf die andere Behörde.

Update 02: Die Jever Brauerei meldet sich via E-Mail bei Tutsi.de

Der Text der Stellungnahme der Jever Brauerei ist 1:1 unbearbeitet und es wurden lediglich die persönlichen Daten des Absenders entfernt:

wir haben Ihren Blog gelesen und möchten Ihnen als bekennenden Jever-Fan ein paar Zeilen dazu schreiben. Die Sendung „Markt“ des NDR vom 2. Juni dem unter dem Titel „Mikroplastik in Mineralwasser und Bier“ können und wollen wir natürlich nicht unkommentiert lassen. Aus gutem Grund: 

Die vom NDR vorgestellten Analyseergebnisse weisen wir entschieden zurück.

 Consultant Gerd Liebezeit hatte in besagter Sendung über angebliche Funde sogenannter Mikroplastikfasern in Bieren verschiedener Brauereien berichtet, so auch bei Jever Pilsener. Da wir solche Aussagen gegen unser Produkt natürlich sehr ernst nehmen, haben wir – ebenso wie die anderen betroffenen Brauereien – Jever Pilsenervon der Technischen Universität München als einem  bekanntermaßen sehr renommierten und unabhängig arbeitenden wissenschaftlichen Institut analysieren lassen.

Das Ergebnis dieser aufwändigen Analysen, die wir Ihnen im Original beifügen, war eindeutig und unmissverständlich: In keinem der überprüften Biere wurden Mikroplastikfasern oder andere Kunststoffpartikelchen gefunden. Alle analysierten Biere – auch unser Jever Pilsener – waren völlig einwandfrei.

Diese Ergebnisse hatten die Brauer dem NDR übrigens frühzeitig mitgeteilt. Ebenso hatten wir dem Sender mehrfach aufgefordert, nun auch seine Untersuchungsmethodik offenzulegen – denn nur unter Reinraumbedingungen, wie sie zum Beispiel die Technische Universität München bietet, wären die Analyseergebnisse auch belastbar und damit seriös.

Der Sender hat jedoch nicht auf diese Aufforderungen reagiert und stattdessen leider an seiner reißerischen Berichterstattung festgehalten. Das bedauern wir außerordentlich – vor allem, weil sich nun Verbraucher verständlicherweise, aber letztendlich vollkommen grundlos bei uns melden, wie die Analyseergebnisse der Technischen Universität München bestätigen.  

Wir hoffen, Ihnen die Hintergründe transparent gemacht zu haben und verbleiben

mit freundlichen Grüßen aus Jever 

———

Mal sehen, wie sich das entwickelt, denn ich würde nur ungerne auf mein geliebtes und wohlverdientes Feierabendbierchen verzichten…

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