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Lolst du noch oder roflst du schon? Buchempfehlung der Redaktion

Nein, keine geistige Umnachtung und auch keine Lese- Rechtschreibschwäche, denn der Titel des neuen Buches von Manuel Grebing und Stephan Scheler ist Programm, und schließlich geht es beim Titel “Lolst du noch oder roflst du schon” um den Einzug der sogenannten Internetsprache in den Alltag und zeigt uns anhand von unzensierten Kommentaren auf YouTube, wie extrem sich die deutsche Sprache im Netz – und somit auch über kurz oder lang in der realen Welt – verändert.

Da sich viele Kommentatoren hinter ihrer scheinbaren Anonymität im Internet sicher fühlen, werden hier alle Register der Beleidigungen gezogen, andere User gedisst (Neusprech für runtergeputzt) und Wörter mit Abkürzungen versehen, dass es nur so scheppert.

Lolst du noch oder roflst du schon? Die Feränderung der deutschen Sprache

Auch wenn Lolst du noch oder roflst du schon? Ein sehr humorvolles Buch ist, sollte jeder verantwortungsvolle Deutschlehrer bei der Lektüre dieses Buches vor Scham Magengeschwüre bekommen, da letztendlich auch die Verfasser der abgedruckten Kommentare irgendwann und irgendwo die Schulbank gedrückt haben müssten.


Die peinlichen und manchmal auch echt schockierende Kommentare werden wohl auch diese Buch von Manuel Grebing und Stephan Scheler zu einem Kassenschlager machen und es sollte zusätzlich zur Pflichtlektüre bei Germanistikstudenten und Deutschlehrern erklärt werden, denn wenn die Schule weiterhin versagt, ist die Existenz derartiger Orthografie-Zombies letztendlich auch zu erklären.

Aber nicht nur die Kommentare zu den YouTube Videos, sondern auch die ausgewählten Videos selbst, sind ein absoluter Knaller und neben dem Bild zum Video sind im Buch Lolst du noch oder roflst du schon auch die QR-Codes abgedruckt, um sich die entsprechenden Peinlichkeiten gleich via Smartphone ansehen zu können. Wer einige Stunden herzhaft lachen möchte und mit fremdschämen keine Problem hat, sollte die 9,99 Euro für das 176 Seiten starke Buch in jedem Fall investieren, zumal Lolst du noch oder roflst du schon in einer ähnlich kreativen Aufmachung, wie der vorherige Besteller erschienen ist und sich in einem klassischen Schulheft Schutzumschlag in allseits geliebten hellblau präsentiert.


Deutsche Sprache, schwere Sprache: Lolst du noch oder roflst du schon?

“Lolst du noch oder roflst du schon? Die Feränderung der deutschen Sprache” von Manuel Grebing und Stephan Scheler ist in der deutschen Erstausgabe 2012 im Metronom Verlag unter der ISBN 978-3-9805315-4-2 erschienen und für 9,90 Euro zu haben, wobei die ersten Buchhändler schon Schwierigkeiten mit der Nachbestellung haben sollen. Hier geht es zur Webseite der Autoren und eine direkte Bestellung funktioniert über diesen Link.

Es geht Manuel Grebing und Stephan Scheler jedoch nicht darum, eine Generation zu diskreditieren, aber anhand der abgedruckten Kommentare kann man in jedem Fall Rückschlüsse auf den Bildungsstand und das Niveau einiger Menschen erfahren und selbstverständlich wurden auch die Rechtschreibfehler und der teilweise barbarische Satzbau 1:1 in das Buch übernommen.

Selbstverständlich sind YouTube Kommentare nicht unbedingt repräsentativ, denn ansonsten wäre der schleichende Hirntod unserer Gesellschaft bereits viel weiter fortgeschritten, aber hört in Bus oder Bahn bei den Unterhaltungen jüngerer Menschen zu und Ihr werdet feststellen, dass Manuel Grebing und Stephan Scheler mit der Auswahl der Kommentare im Buch Lolst du noch oder roflst du schon leider nicht mehr weit von der Realität entfernt sind. Mein Deutschlehrer hat uns damals eingebläut, dass ein Satz mindestens aus “Subjekt, Prädikat und Objekt” besteht, aber nach der Lektüre von Lolst du noch oder roflst du schon werdet auch Ihr verstehen, warum diese Regel heute wohl eher “Subjekt, Beleidigung, Alter ey” genannt werden sollte… In diesem Sinne: Deutsche Sprache, schwere Sprache und endlich einen TÜV für unsere Lehrer einführen!

2 Antworten

  1. Birgitt Petzold sagt:

    Ich frage mich, woher dieser furchtbare Umgangston stammt, daran können doch nicht nur Internet, Facebook und Co. schuld sein.
    Erziehung und Sprache beginnen doch bekanntlich im Elternhaus.

  2. Tanja sagt:

    Da kommt es nicht nur auf die Erziehung an, schließlich redet man mit seinen Kindern nicht in Internetkürzeln.

    Aber: dieses “Ey, Alta,Ey” geht mir auch auf den Keks. (Das darf ich ja schreiben, oder)

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