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Kino.to Razzia und Verhaftung von 13 angeblichen Betreibern von www.kino.to

Polizeiaktion gegen Kino.to: Polizei und Staatsanwaltschaft haben heute eine großangelegte Aktion gegen die beliebte Streaming Webseite Kino.to durchgeführt und nach ersten Medienberichten wurden hierbei alleine in Deutschland mindestens 12 Personen festgenommen.

Sowohl in Deutschland, Spanien, Frankreich und Holland seien die Ermittler bei der Fahndung nach den Hintermännern von Kino.to fündig geworden und haben nach ersten Informationen sowohl Büroräume, als auch Privatwohnungen der mutmaßlichen Betreiber von Kinto.to durchsucht und umfangreiches Beweismaterial, sowie die Server des Kinoportals beschlagnahmt, auf denen sich eventuell auch die gespeicherten IP-Adressen der Nutzer befinden könnten…

Kino.to offline und die Angst vor einer drohenden Abmahnung

Alleine in Deutschland wurden bei der Polizeiaktion  42 Wohnungen und Büros 20 Städten durchsucht und derzeit stehen 21 Menschen im Verdacht, am Betrieb von Kino.to beteiligt zu sein.


Nach Angaben der “Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.” (GVU) ist der Schlag gegen die bekannteste deutsche Streaming Webseite das Resultat einer eigenen Strafanzeige gegen die Betreiber von Kino.to und sprach hierbei wörtlich von einem “arbeitsteiligen parasitären Geschäftsmodell” der Webseitenbetreiber und den jeweiligen Hostern der Inhalte.

Weiterhin berichtet die GVU, dass sich an dieser Aktion gegen Kino.to mehr als 250 Polizisten und Steuerfahnder beteiligten und im Zuge der Ermittlungen sollen auch die Streamhoster, bei denen die jeweiligen Filme hinterlegt waren, vom Netz genommen worden sein. Nach eigenen Angaben hatte Kino.to übrigens täglich bis zu 4 Millionen Besucher und zählt somit wohl zu den meistbesuchten (deutschen) Websites.


Angeblich liege der Schaden durch das Streamingportal Kino.to für die Filmwirtschaft im siebenstelligen Bereich, aber bei solchen Hochrechnungen wird natürlich immer davon ausgegangen, dass sich User die entsprechenden Filme auch im Kino angesehen, bzw. die DVD käuflich erworben hätten, was bewiesener Maßen völlig aus der Luft gegriffen ist!

Razzia bei Kino.to und mögliche Ermittlungen gegen Nutzer des Streamportals

Gegen die Betreiber von www.kino.de wird nun seitens der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf “Bildung einer kriminellen Vereinigung zur erwerbsmäßigen Begehung von Urheberrechtsverstößen” ermittelt und es ist zu befürchten, dass auch versucht wird, gegen die Besucher von Kino.to in irgendeiner Form vorzugehen.

Wer seit heute die Webseite kino.to aufruft sieht übrigens nur noch den folgenden Hinweis der Kriminalpolizei:

Natürlich sind wir keine Juristen, aber eine Strafverfolgung gegen die Besucher von Kino.to scheint uns dennoch relativ schwierig, da hierzu bewiesen werden müsste, dass die jeweiligen urheberrechtlich geschützten Werke auch lokal auf den Festplatten der Besucher gespeichert wurden, was bei einem Stream (wenn überhaupt) in Teilen der Fall sein kann. Abgesehen ist die derzeitige Beweisführung zur eindeutigen Ermittlung eines Inhabers der jeweiligen IP auch bei Juristen umstritten.

Die Medienindustrie feiert jetzt natürlich den Schlag gegen die fiesen “Raubmordkopierer” frenetisch, so dass leider zu erwarten ist, dass seitens der Lobbyisten versucht werden könnte, entsprechenden Druck auf Politik und Gerichte auszuüben. Sollte dies gelingen würden mit einem Schlag Millionen von Bürgen kriminalisiert und müssten gegebenenfalls auch mit einer entsprechenden Strafverfolgung rechnen…

Da der Fall nun bundesweit durch die Medien geht, ist wohl auch eine rasche Verurteilung der Seitenbetreiber zu erwarten, wobei hier den Beschuldigten Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren drohen könnten und natürlich hoffen viele regelmäßige Nutzer des Kinoportals, dass die Betreiber von Kino.to die Logfiles auf den Servern regelmäßig gelöscht haben…

2 Antworten

  1. 13. Juni 2011

    […] wegen Kino.to? Nach der erfolgreichen Polizeiaktion gegen die beliebte Streaming Webseite Kino.to untersucht nun die Staatsanwaltschaft Dresden die beschlagnahmten Server und wenn es nach dem […]

  2. 16. Juni 2011

    […] des Inneren ja irgendwie dumm gelaufen zu sein, aber offenbar wurde nach der fragwürdigen Razzia gegen die Betreiber von Kino.to und der Beschlagnahme der Domain eindeutig gegen § 2 Nr. 1 des Telemediengesetzes […]

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