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Kino.to Abmahnungen gegen User? GVU kriminalisiert Kino.to Besucher

Abmahnung wegen Kino.to? Nach der erfolgreichen Polizeiaktion gegen die beliebte Streaming Webseite Kino.to untersucht nun die Staatsanwaltschaft Dresden die beschlagnahmten Server und wenn es nach dem Willen der “Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.” (kurz GVU) gehen sollte, könnten Millionen Besucher von Kino.to demnächst wohl mit zivilrechtlichen und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen – wie schon gesagt, wenn es nach dem Willen und der Rechtsauffassung der GVU geht…

Die Damen und Herren der “Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen e.V.” begründen die befürwortete Kriminalisierung  von Besuchern der Webseite Kino.to recht ausführlich in ihrem Blog und natürlich möchten wir Euch die Gedankengänge der GUV nicht vorenthalten:

GVU befürwortet juristische Schritte gegen Besucher der Webseite Kino.to

Im Blog der GVU ist zum Thema Kino.to folgender Text zu lesen, den wir an dieser Stelle zu Dokumentationszwecken nur in Auszügen wiedergeben wollen:


Die GVU schreibt hierzu wörtlich:
“…beim Streaming werden in der Regel Zwischenspeicherungen auf dem eigenen Rechner durchgeführt, um den Film störungsfrei wiedergeben zu können. Das ist rechtlich eine Kopie. Eine Kopie von einer illegalen Vorlage – worum es sich bei den Filmen über kino.to regelmäßig gehandelt hat – ist selbst auch immer illegal. Die Nutzung von illegalen Streams über illegale Portale wie kino.to ist somit selbst illegal… Nach dieser Auffassung ist das Nutzen von illegalen Streams über Portale, wie kino.to, somit strafbar. Das deutsche Urheberrecht enthält zivilrechtliche Abwehransprüche wie auch strafrechtliche Vorschriften…” (Quelle: gvu-blog.de)

Aber bereits hier haben die Rechtsexperten der GVU wohl einen mittelschweren Denkfehler gemacht, denn beim Streaming von Videodateien werden diese eben nicht als direkte Kopie auf den Rechner des Users heruntergeladen, sondern eben einfach nur über das Internet gestreamt, so dass hier wohl kaum eine sogenannte Kopie von einer illegalen Vorlage existieren kann!


Kino.to Abmahnungen und Geldbußen durch Auswertung der Logfiles?

Da deutsche Provider jedoch (noch) nicht zur dauerhaften Zwangsspeicherung der IP-Adressen ihrer Kunden verpflichtet sind, könnte es die Staatsanwaltschaft schwer haben, die Nutzerdaten der beschlagnahmten Kino.to Server zu verwenden.

Abgesehen davon ist es mehr als fraglich, ob nach einer notwendigen richterlichen Anordnung anhand von den sichergestellten IP-Adressen in den Logfiles der Kino.to Server wirklich zweifelsfrei die Identität einzelner “Raubmordkopierer” festgestellt werden kann!

Sollte sich die befremdliche Rechtsauffassung der GVU jedoch bei irgendeinem deutschen Gericht durchsetzen, wären die Folgen für einen Teil der Netzgemeinde fatal, denn eine Kriminalisierung für das bloße Betrachten frei verfügbarer Inhalte im Internet würde dann wohl auch das vorläufige Ende für Bundesliga Live Stream Webseiten bedeuten.

Hoffen wir also auf eine weise Entscheidung, denn das Internet lässt sich nun einmal nicht zensieren, was zum Glück auch durch die richterliche Entscheidung gegen die, von der Medienindustrie geforderte Pressezensur zur Berichterstattung über das Programm AnyDVD bestätigt wurde…

Hierzu aus der Wikipedia zum Thema Urheberrechtsverletzungen:
“…es war ursprünglich geplant, in § 106 eine sog. Bagatellklausel einzufügen, die besagt, dass nicht bestraft wird, wer verbotenerweise urheberrechtlich geschützte Werke nur in geringer Zahl und ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch vervielfältigt. Damit sollte eine „Kriminalisierung der Schulhöfe“ verhindert werden. Es sei nicht opportun, Urheberrechtsverletzungen zu verfolgen, wenn sie sich im Bagatellbereich bewegen und nur privaten Zwecken dienen. Dies könne der Akzeptanz des Urheberrechts insgesamt abträglich sein. In ihrem Kabinettsbeschluss vom 22. März 2006 strich allerdings die Bundesregierung diese Bagatellklausel (vermutlich auch aufgrund des massiven Drucks der Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie). Demnach müssen seitdem theoretisch auch alle Privatpersonen, die P2P-Netzwerke (Tauschbörsen) nutzen, mit bis zu drei Jahren Haft rechnen…” (Quelle: Wikipedia)

Privatkopie ist Menschenrecht

Auch wenn es natürlich nicht legal ist, urheberrechtlich geschützte Werke zu verbreiten oder kostenlos oder mit gewerblichen Absichten als Stream zur Verfügung zu stellen, ist die Forderung nach Strafverfolgung und daraus möglicherweise resultierenden Abmahnungen und Geldbußen, überzogenen Schadensersatzforderungen oder vielleicht sogar Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren extrem befremdlich und sollte bei jedem klar denken Menschen auf strikte Ablehnung stoßen!

Kinox.to und Kinto.to: Streaming und Justiz:

Achso liebe GVU: Auch der Verfasser dieses Artikels hat (wie wohl auch Eure Mitarbeiter) schon einmal die Webseite Kino.to besucht. Ich wurde jedoch von der massiven Werbung für Abzockerseiten und Abofallen wie z.B. “Softwaresammler” sowie “Opendownload” dermaßen vergrault, dass ich mir nicht einmal einen Film angesehen habe… Komme ich jetzt auch in Sippenhaft oder könnt Ihr bei der Auswertung dieser (wahrscheinlich sehr umfangreichen) Logfiles etwa genau unterscheiden?

7 Antworten

  1. snake sagt:

    die gvu zielt wohl darauf ab, dass teile des film für den puffer auf dem rechner zwischengespeichert werden..

  2. ich denke das das kein bestand hat, mit der Abmahnung. Ich finde völlig überzogen die GVU Aktion. Aber ist ja meine Meinung…

    Hier die Alternativen zu kino.to.

  3. ganz vergessen. Hier die Alternativen zu kino.to…wer nicht ohne stream kann…

  4. Daniel sagt:

    Ich war bei der ganzen Angelegenheit ja zugegebenermaßen eine Weile zwiegespalten.

    Auf der einen Seite bin ich natürlich für die Informationsfreiheit und gegen die Zensur des Internets. Andererseits gibt es, um einmal meinen eigenen Blogeintrag zu zitieren (macht ja sonst keiner!), nun einmal kein Menschenrecht auf einen kostenlosen Kinofilm täglich. Meiner Ansicht nach schwimmen sehr viele auf der (berechtigten) Protestwelle mit, die eigentlich nur auf die “Geiz-ist-geil”-Welle gehören. Das schadet mehr, als dass es nutzt.

    Die Verfolgung der kino.to-User und deren Kriminalisierung empfinde ich aber unabhängig von dieser Einschätzung als eine absolute Frechheit.

  5. Tommy2014 sagt:

    kino.to gut, das man die kriminellen erwischt hat und die User, die sollte man alle samt dran kriegen und jeweils 5000 Euro Strafe aufbrummen das wäre genau das richtige! Seid ihr zu geizig, mal ein paar Euro für eine DVD zu zahlen? Schämen sollten sich die Ex-User von kino.to wirklich so viel kriminelle Energie man man man! Man kann nur hoffen, das solche Rechtsverstöße in Zukunft auch mit sofortiger Gefängnisstrafe geahndet werden! In Frankreich kann dieser Spaß bis zu 300.000 Euro kosten das brauchen wir hier auch, nur so hört der ganze illegale Kram auf!

  6. Troll-Jäger sagt:

    @Tommy2014:

    Nein, nicht zu geizig, DVDs zu kaufen oder ab und zu ins Kino zu gehen. Ich gehe sogar relativ oft ins Kino und meine (legale!) DVD-Sammlung kann sich auch sehen lassen.

    Aber bei den UNVERSCHÄMTEN Preisen für Kino und DVDs schaue ich mir halt auch immer wieder einmal Filme über Kino(X).to an – die Filmindustrie verliert nicht mal wirklich Geld dadurch, denn ich könnte mir die Filme sonst eh nicht leisten. Auch wenn dies vielleicht als fadenscheiniges Argument erscheint, möchte ich dennoch betonen, dass die PREIS”POLITIK” der Filmindustrie und damit SIE die wahren Schuldigen sind.

    20-30 Euro für eine DVD??? 14(!!!) Euro für eine Kinokarte??? Wer so dekadente Preise verlangt, braucht sich nicht wundern, wenn Kunden paralell auch zu weniger legalen Mitteln greifen, um sich die Filme kostenlos zu beschaffen.

    So, weitertrollen brauchst du gar nicht, ich werde nicht mehr darauf eingehen.

    Meine 2 Cent sind beigesteuert und meine Meinung dargelegt.

    Servus!

  1. 12. Juli 2011

    […] welche Rechtsauffassung die GVU auch immer haben mag, noch gibt es keine Urteile in Deutschland, bei denen User für das bloße Betrachten eines Videostreams vor den Kadi gezerrt […]

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