GEMA erwirkt einstweilige Verfügung gegen Usenet Anbieter UseNeXT.de


Gema gegen UseNeXT: Und wieder ein befremdliches Urteil aus deutschen Landen, denn das hat der Klage der GEMA stattgegeben und eine einstweilige Verfügung gegen den Betreiber des -Zugangsdienstes UseNeXT erwirkt, was wiederum bedeutet, dass demnächst der Zugang zu gewissen Newsgroups über den UseNeXT Client wohl verwehrt wird. Offenbar haben die Richter am Landgericht Hamburg die Tragweite ihrer Entscheidung noch gar nicht begriffen, denn das eigentliche Usenet besteht seit 1979 (!!!) – somit wesentlich älter als das uns bekannte “World Wide Web” – und stellt fachliche Diskussionsforen aller Art in reiner Textform, sowie im Binary Usenet auch angehängte Binärdateien, zur Verfügung. Eine Sperrung gewisser Bereiche innerhalb des Usenet ist also ganz klar eine gerichtlich angeordnete des Internet!

GEMA lässt mit Hilfe des Amtsgerichts Hamburg das Usenet zensieren

Usenext verliert gegen GEMAHier noch einmal für die Damen und Herren Richter erklärt: Der Anbieter UseNeXT ist nicht das Usenet, sondern stellt lediglich einen Client, also einen Newsreader zur Verfügung.

Wird nun UseNeXT per Gerichtsbeschluss dazu gezwungen, teile des öffentlich und frei zugänglichen Usenet zu sperren, so installieren sich Usenet Nutzer eben einen anderen Client, um die entsprechenden Newsgroups weiter verfolgen zu können und die Superhelden von der GEMA gucken erneut in die Röhre…


Usenet Anbieter außerhalb Deutschlands

Niemand bestreitet, dass es in den Tiefen des Usenets durchaus möglich sein könnte, sich urheberrechtlich geschützte Werke zu besorgen, aber das ist auch im “normalen Internet” und sogar über eine 08/15 Suche bei problemlos möglich und nicht die Schuld eines einzigen kommerziellen Newsreaders für das Usenet, der einfach nur das Pech hat, seinen Firmensitz in Deutschland zu haben.


Merke: Die Architektur des Usenet sieht vor, dass beim nur die reine Menge an übertragenen Daten übertragen oder gespeichert wird. Sie lässt keinen Rückschluss darauf zu, welche konkreten Inhalte wann und von wem heruntergeladen wurden. Hierbei ist es vollkommen egal, ob der Teil eines Diskussionforums, eines Bildes oder irgendeiner binären Datei war!

Wenn sich die GEMA wirklich mit ihren Zensur- und Allmachtsphantasien durchsetzen sollte, gibt es ja noch folgende Usenet Alternativen im benachbarten Ausland: Aeton.nl | Astraweb.com | Bintube.com | Cheapnews.com | Extremeusenet.nl | Dreamload.com | Newshosting.com | Usenetserver.com | UsenetByOrder.com | Easynews.com | Eweka.nl | Gebruikhet.net … Diese Liste lässt sich jederzeit beliebig erweitern und zeigt die Unsinnigkeit des aktuelles Urteils!

Nach Angaben der GEMA sei der UseNeXT Client “klar auf den Download geschützter Werke hin ausgerichtet…”,  was natürlich kompletter Unsinn ist, denn ein Dienstanbieter kann letztendlich nicht beeinflussen, was irgendein Nutzer irgendwo auf der Welt an eine virtuelle Pinnwand heftet. Folgt man also der Logik von GEMA und den Richtern am Landgericht Hamburg, so könnte die Polizei ja auch gleich auf Radarfallen verzichten und sich pauschal an die Autoindustrie wenden, denn eventuell ist ja auch ein Sportwagen “klar auf eine Geschwindigkeitsübertretung hin ausgerichtet…”

Die offizielle GEMA Pressemitteilung zum aktuellen Urteil gegen UseNeXT.de ist so voller Selbstlob und offensichtlichen Halbwahrheiten, weswegen wir an dieser Stelle auf weitere Zitate verzichten, verweisen stattdessen auf die Originalquelle im Presseportal und schütteln einfach nur verständnislos den Kopf…

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3 Antworten

  1. Marc Senn sagt:

    UseNeXT = Runter laden von ausschließlich Illegalen Software,music,Film und anderes, weil ich habe dort noch nie was gefunden was legal ist.
    Usenet = ausschließlich textliche Newsgroup Informationen früher für studentische Zwecke, hab dort aber noch nie Illegale Software,Muisc,Filme gefunden.
    klar ist es legal die Software NUR was bringt mir die Legalität wenn man eben nur illegales findet. ^^

    • Redaktion sagt:

      Du weißt aber schon, dass auch “Google Groups” im Grunde genommen nicht anderes als das Usenet ist (https://groups.google.com)? Natürlich kann man im Usenet auch andere Sachen finden, aber letztendlich ist das Unix User Network lediglich ein globales schwarzes Brett!

      • Marc Senn sagt:

        Den zeig mir bitte doch mal was Legales wenn man mit dem Client von UseNext dort surft. 🙂
        Die haben nämlich alles eingegrenzt auf Illegales.
        Wenn das ja alles so Legal ist wiso stellen die 30GB oder 300GB zur Verfügung um ein paar Texte zu lesen oder Chaten im schwarzen Brett.
        UseNext Weiss ja genau was dort Lagert sonst würden sie ja nicht dies 30-300 GB zur Verfügung stellen.

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