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Epost und DE-Mail Unsinn: kostenpflichtige E-Mail Kontrolle durch die Hintertür

E-Post Brief und DE-Mail Unsinn: Die Post bewirbt derzeit massiv den sogenannten E-Postbrief und suggeriert in Flyern die angebliche Sicherheit des neues E-Briefs, sowie einen bequemen Versand der kostenpflichten E-Mails über die Deutsche Post AG.

Warum wir jetzt aber mindestens 55 Cent für eine E-Mail bezahlen sollen und warum alle Daten des E-Postbriefs auch für Behörden und Geheimdienste ohne richterliche Anordnung zur Verfügung stehen, beantwortet die Deutsche Post AG in ihrem aktuellen Flyer leider ebenso wenig, wie der mangelhafte Datenschutz im Vergleich zu einem normalen Brief oder einer verschlüsselten E-Mail.

Und mal im Ernst: Wie oft schreibt Ihr eine E-Mail an das Finanzamt, Polizei oder Eure Versicherung?


DE-Mail  und der mangelhafter Datenschutz bei staatlichen E-Mail Angeboten

Zusätzlich wird auf Antrag von Strafverfolgungsbehörden das E-Postbrief Passwort mitgeteilt, um den Bürger noch besser überwachen zu können, was auch nicht gerade viel mit dem angeblichen „Briefgeheimnis im Internet“ zu tun haben dürfte…

E-Postbrief und DE-Mail der Deutschen Post AG


Epost.de ist zudem ein alter Hut, denn unter der Adresse epost.de hat die Deutsche Post bereits vor 10 Jahren krampfhaft versucht, mit der Technologieentwicklung Schritt zu halten und allen angemeldeten Usern sogar eine „lebenslange E-Mail-Adresse“ versprochen.

Und was ist letztendlich passiert? Der Service wurde mangels Interesse der Bevölkerung innerhalb weniger Jahre wieder eingestampft und erst jetzt 2010 durch den sogenannten E-Post-Brief ersetzt, der nichts anderes ist, als eine Variante, der angeblich sicheren DE-Mail Adresse… was für eine Verarschung!

Wer allerdings wirklich Geld für eine DE-Mail bezahlen möchte, kann sich natürlich gerne bei einem der bisherigen Anbieter mit allen persönlichen Daten registrieren und sich auch im täglichen E-Mail Verkehr mit Freunden und Bekannten lückenlos überwachen lassen!

Ohne jetzt den Teufel an die Wand zu malen, können wir uns auch durchaus vorstellen, dass bald eine DE-Mail oder E-Brief Adresse zur Pflicht werden könnte, um überhaupt  mit staatlichen Stellen kommunizieren zu dürfen… Womit wir wieder bei den Vorzügen der guten alten Briefpost wären, denn hier wird im Vorfeld nicht wahllos herumgeschnüffelt.

15 Antworten

  1. Stefan sagt:

    Kleiner Denkfehler: De-Mail E-Postbrief.

    E-Postbrief: Post
    De-Mail: u.a. gmx, Telekom

    Beides sind *keine* staatlichen Angebote.

    De-Mail basiert allerdings
    auf einem Gesetz (welches
    noch kommt), die Post versucht sich über
    ihre ABGs abzusichern.

  2. Maverick sagt:

    Epost.de, kann mich noch sehr gut daran erinnern. Also ehrlich gesagt, macht der E-Postbrief, vor allem aber die reine Online-Variante, für mich absolut keinen wirlichen Sinn, denn warum kostenpflichtige Email verschicken, wenn man es kostenlos machen kann. Und was die zweite Variante, den sog. Hybriedbrief betrifft, so bin ich mir nicht wirklich sicher, ob ich einen Geschäftsbrief von fremden ausdrucken und kuvertieren lassen möchte, vor allem, weil ich nicht weiß, ob das Ausdrucken und Kuvertieren von Briefe im Unternehmen vonstatten geht oder vieleicht doch outgesourced wird.

  3. diker sagt:

    “Und mal im Ernst: Wie oft schreibt Ihr eine E-Mail an das Finanzamt, Polizei oder Eure Versicherung?”

    Falsch gedacht: Statt 55 cent für einen Brief an meine Versicherung oder FA, bezahle ich doch lieber 15 cent für eine Email (muss ich nicht drucken, frankieren etc.).
    Einige wollens halt nicht verstehen….

    Schon mal versucht eine Versicherung per normaler Email zu kündigen? EBEN DAS IST DER PUNKT. Aber wenn man erst 14 ist und mit all den Sachen noch nichts am Hut hat….

  4. roterstein sagt:

    Hallo,

    also die Variante Ausdrucken, Kuvertieren und Zustellung per Schneckenpost finde ich durchaus attraktiv und 55 Cent wert! Bei der Sicherheit muss sich zeigen, wie sich alles bewähren wird.

    Bis dahin!

  5. Karla sagt:

    Zusätzlich generell zum Thema Sicherheit von Emails in Deutschland.

    Jeder Deutsche Provider ist seit Anfang 2006 verpflichtet alle emails zu kopieren und für die Staatsanwaltschaften und andere, hier nicht näher genannte Behörden bereitzuhalten..!

    Dieses Email-Abhörprotokoll ist längst Standardisiert: das läuft über die G10 Schnittstelle!

    Praktisch sieht das so aus: jeder Deutsche Emailprovider muss eine sogenannte Sina Box, von der Firma Secunet anschaffen, über die das Live Mitschneiden des gesamten Emailverkehrs jederzeit möglich ist!

    Politisch nennt sich das dann lawfull interception… Und natürlich spricht kein Deutscher Email-Provider gerne darüber..

  6. Gerhard T sagt:

    @Karla (Jul 23, 2010): Woher hast Du das?
    Eine Sina-Box dient nicht zum “Live Mitschneiden des gesamten Emailverkehrs” sondern dazu, die Datenübertragung hinreichend sicher zu verschlüsseln, so dass ein Mitschneiden unmöglich, bzw. sinnlos wird, weil nicht die Nutzdaten, sondern nur unbrauchbarer Datenschrott mitgeschnitten werden können. Sina-Boxen werden von deutschen Behörden eingesetzt, um z.B. Verschlusssachen (VS-vertraulich, VS-geheim) insbesondere mit Dienstorten im Ausland (Botschaften, Konsulate, Verbindungsstellen) auszutauschen.
    Die “Vorratsdatenspeicherung” bezog sich nicht auf den Inhalt von E-Mails, sondern nur auf die Verbindungsdaten (wem war wann welche IP-Nummer zugeordnet, wann wurde eine E-Mail von wo nach wo geschickt). Das entsprechende Gesetz wurde erst 2007 verabschiedet, es beruhte lediglich, u.a., auf einer EU-Richtline von 2006. Das Gesetz war verfassungswidrig und wurde daher durch das Bundesverfassungsgericht kassiert und die bis dahin (März 2010) rechstwidrig gesammelten Daten wurden gelöscht (bei den Internetprovidern, die sie erfasst und bis dahin als Einzige Zugriff hatten, weil für den Rest der Bedarf, das Geld, das Personal und die Rechtsgrundlage gefehlt hat).
    Unser Staat gibt Unsummen dafür aus, sein Handeln nachvollziehbar zu gestalten. Die Mühe, die verfügbaren Informationen auch zu nutzen (z.B. Lesen der Gesetze) muss man sich schon selber machen. Aus dem Ärmel geschüttelte Verschwörungstheorien sind kein Ersatz für kritisches Bewusstsein.
    Zu hilfreichen Links: benutze die Suchmaschine Deiner Wahl.

  7. opolis sagt:

    vielleicht ist opolis secure mail (http://www.opolis.eu) eine alternative: gratis, verschlüsselter email dienst, wobei der absender entscheidet, was der empfänger mit der nachricht tun darf ….

    auch folgender interessanter artikel dazu:
    http://www.freie-pressemitteilungen.de/modules.php?name=PresseMitteilungen&file=article&sid=16181

  8. Senior1 sagt:

    Ich teste seit einigen Tagen ePost. eMails und Faxe sind im Ein- und Ausgang kostenlos (wie lange?). Der Standardbrief (bis 3 Seiten) kostet wie gewohnt 55 Cent. Hierfür übernimmt ePost bei der klassischen Variante den Ausdruck, die Einkuvertierung und die Auslieferung.

    Die Anmeldung (Namenssicherung, PostIdent-Verfahren, Freischaltung) hat ca. 4 Tage gedauert. Z.Zt. beobachte ich noch div. Programm-Macken. Obwohl Rückmeldungen hierzu in 24 Stunden zugesagt werden, habe ich diese weder in dieser Zeit noch überhaupt bekommen.

    Hotline-Kontakte haben allerdings sofort gefunzt, führten aber nur bedingt zu Ergebnissen.

  9. Senior1 sagt:

    Auf folgende Anfragen an ePost stehen leider schon seit geraumer Zeit Anworten aus:

    1. Die Sortierung über das Spalten-SortierSymbol funktioniert nicht bzw. führt auf eine Fehlerseite.

    2. In der Kopfzeile enthalten die Menüpunkte “E-Post Welt” und “Mein Konto” die gleichen Inhalte, nämlich meine Account-Daten. Warum 2mal die gleichen Inhalte und was hat “E-Post Welt” vom Titel her mit Account-Daten zu tun?

    3. Auf der Seite “Vertragsund Kontodaten E-POSTBRIEF” wähle ich “Einzelverbindungsnachweis: Sie erhalten derzeit keinen vollständigen Einzelverbindungsnachweis. Jetzt ändern? ” und auf der Folgeseite “Einzelverbindungsnachweis: Ja, ich möchte zukünftig einen vollständigen Einzelverbindungsnachweis.”

    Nach “Speichern” und Rückkehr auf die Vorseite steht dort weiterhin unverändert: “Einzelverbindungsnachweis: Sie erhalten derzeit keinen vollständigen Einzelverbindungsnachweis. Jetzt ändern?”

    4. Werden bei der Suchfunktion mehr als 15 Teilnehmer (= 1.Seite Suchergebnis) gefunden, kann auf die folgenden nicht weitergeblättert werden.

    5. Drucke ich einen eingegangenen ePost-Brief aus, erhalte ich eine Briefübersicht “Standard E-POSTBRIEF”, auf der keine ZURÜCK-Möglichkeit besteht!!! Nur über den Browser-ZURÜCK-Pfeil geht es unter Umständen.

    6. Bei div. Aktionen (z.T. nicht reproduzierbar) wird auf die Fehlerseite umgeschaltet.

  10. Senior1 sagt:

    Heute mit ePost-Hotline telefoniert. Auskunft einer freundlichen Mitarbeiterin auf die Frage, warum trotz der 24-Stunden-Zusage auf Anfragen vom 23.7.2010 bis heute (30.07.2010) noch keine Rückmeldung erfolgt ist:

    “Ein Tsunami von Anfragen sei über die ePost hereingebrochen”.

  11. opolis sagt:

    DE-Mail: Was es alles kann – und auch nicht …

    Es gibt schon länger Alternativen, so wie etwa Opolis Secure Mail (http://www.opolis.eu), die mehr können, global anwendbar sind und auch noch gratis sind …

    Ausserdem: Bei Opolis entscheidet der Absender, was der Empfänger mit der Nachricht machen darf (weiterleiten, kopieren, ausdrucken)

    Interessanter Artikel:
    http://www.prlog.org/10834702

  12. Senior1 sagt:

    UMTS und von unterwegs Faxen.

    Ich habe selbst noch ein konventionelles Faxgerät am DSL in meinem Büro im Einsatz. Ich bin aber leider viel außerhalb meines Büros tätig und kann unbegrenzt UMTS nutzen. Da kommt mir diese Fax-Variante von ePost sehr gelegen. Gleiches gilt für die Möglichkeit Briefe direkt von unterwegs versenden zu können.

    Dabei übernimmt ePost (bis 18 Uhr!, im Postamt Springe nur bis 17 Uhr) bei der klassischen Variante (normaler Brief mit Folgetagsauslieferung) den Ausdruck, den Fensterbriefumschlag, die Einkuvertierung, die Frankierung, den Transport zum Briefkasten und die Auslieferung. Hier sind viele Dinge dabei, die ich mir für 55 Cent (die ja jeder normale Brief auch kostet), ersparen und z.B. aus dem ICE heraus vornehmen kann. 14 bisher von mir auf den Weg gebrachte ePost-Briefe waren auch am Folgetag beim Empfänger (da vor 18 Uhr aufgegeben).

    Da meine kompletten Posteingänge (Rechnungen, Aufträge, Angebote etc.) ohnehin eingescannt werden, freue ich mich über jeden Posteingang, der mich bereits als PDF o.ä. erreicht, um sie nicht selbst umwandeln/scannen zu müssen. Wie leicht zu erkennen ist, können User-Anforderungen sehr unterschiedlich sein.

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  3. 7. August 2010

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