Dying Light indiziert: BPjM setzt Zombie Slasher auf den Index

Dying Light ist ab sofort indiziert: Im TV spielen Serien wie “The Walking Dead” in jedem Land Millionen ein, aber wenn es um “fiese Killerspiele” geht, kennen die Sittenwächter der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) offenbar kein Pardon und vor wenigen Stunden wurde nun auch das beliebte Spiel Dying Light auf den Index gesetzt. Da es in unseren europäischen Nachbarländern zum Glück keine derartige Zensur von digitalen Medien oder vergleichbare Behörden gibt, ist die uncut Version von Dying Light selbstverständlich über entsprechende Shops im deutschsprachigen Ausland noch erhältlich und dürfte gegenwärtig auch noch keinen Zollkontollen unterliegen!

Dying Light Zensur und indirektes Verkaufsverbot in Deutschland

Hier ein kleiner Trailer für unsere volljährigen Besucher und natürlich möchten wir mit diese eingebetteten Video keine Werbung für Dying Light machen, sondern lediglich ein Beispiel zur demokratischen Basis einer überfälligen Diskussion bieten.

Natürlich stößt ein sehr realistisch animiertes Survivalgame rund um Zombies und den globalen Exodus nicht unbedingt auf Gegenliebe einiger Sozialarbeiter und andere um unser Seelenheil besorgten Berufsgruppen, aber es handelt sich bei Dying Light schließlich auch eindeutig um ein Spiel, welches für volljährige und (hoffentlich auch) mündige Bürger programmiert wurde.


Achso liebe BPjM: Die Meinungsfreiheit ist ein Menschenrecht und wird in Verfassungen als ein gegen die Staatsgewalt gerichtetes Grundrecht garantiert, um zu verhindern, dass die öffentliche Meinungsbildung und die damit verbundene Auseinandersetzung mit Regierung und Gesetzgebung beeinträchtigt oder gar verboten wird. In engem Zusammenhang mit der Meinungsfreiheit sichert die Informationsfreiheit den Zugang zu wichtigen Informationen, ohne die eine kritische Meinungsbildung gar nicht möglich wäre.

Zur Info an die BPjM hier Artikel 5 des Grundgesetzes:

“…jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt…”

Das Verbot der Zensur verhindert die Meinungs- und Informationskontrolle durch staatliche Stellen. Im Unterschied zu einer Diktatur sind der Staatsgewalt in einer Demokratie die Mittel der vorbeugenden Informationskontrolle durch Zensur ausdrücklich verboten. Scheint aber mal wieder scheißegal zu sein, denn die digitale Inquisition der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zensiert ja nicht, sondern setzt einfach missliebige Titel auf den hauseigenen Index – also eben nicht wie in einer Bananendiktatur VERBOTEN, sondern eben nur INDIZIERT – Wo ist da jetzt der wirkliche Unterschied?


Zensur, Verbote und Indizierung in der Bundesrepublik Deutschland:

Natürlich findet in Deutschland keine Zensur und auch keine Bücherverbrennung mehr statt, denn wir haben ja zum Glück die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, welche nach eigenem Ermessen eine derartige “Indizierung” aussprechen kann…

Dying Light Download

NATÜRLICH ist dies kein Verbot und ERST RECHT auch keine staatliche Zensur, denn ab sofort ist es Händlern lediglich (unter Strafe) untersagt, das Spiel Dying Light zu bewerben, oder offen im eigenen Laden auszulegen. Selbstverständlich betrifft das (Quasi) Verbot von Dying Light auch den Onlinehandel und sollte der Zombie Shooter gar bundesweit beschlagnahmt werden (Liste B), dann bedeutet dies selbstverständlich auch keine staatliche Zensur, sondern eben irgendetwas anderes…

Bei diesen befremdlichen Bestimmungen könne wir ja eigentlich froh sein, dass unsere europäischen Nachbarn offenbar keine Medienzensur betreiben, was selbstverständlich keine Aufforderung zum (eventuell bald) illegalen Import von Dying Light sein soll!

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