Capri-Sonne macht dick! Foodwatch verleiht Goldenen Windbeutel 2013

Dreisteste Werbemasche eines Kindeprodukts: Wieder einmal hat die Verbraucherorganisation Foodwatch den Goldenen Windbeutel als Negativpreis für die Werbelügen Werbemaschen der Nahrungsmittelindustrie vergeben und wie nicht anders zu erwarten war, haben die Hersteller von Capri-Sonne die Annahme dieses Preises verweigert.

Die “Wasser-Zucker-Aroma-Mixtur mit ein bisschen Fruchtsaft” aus den Sisi-Werken in Eppelheim bei Heidelberg spreche nach Angaben von Foodwatch gezielt Kinder an, obwohl ein einiger Trinkbeutel Capri-Sonne sechseinhalb Stück Würfelzucker enthalte. Das Medienecho ist entsprechend groß und vielleicht reagieren ja auch irgendwann einmal die Verantwortlichen der Nahrungsmittelindustrie auf die Kritik der Verbraucher!

Capri-Sonne erhält den Goldenen Windbeutel für seine Zuckermixtur

Neben dem Dickmacher Capri-Sonne wurden von Foodwatch zur Verleihung des Goldenen Windbeutels vier weitere Lebensmittel für Kinder zur Abstimmung gestellt, welche Ansicht der Verbraucherschützer besonders dreist beworben werden.


Capri-Sonne (Orange) hatte die Abstimmung übrigens mit 42,6% der abgegebenen Stimmen eindeutig gewonnen und bereits 2009 warnte Foodwatch vor dem Zuckergehalt dieses Getränks und auch Tutsi.de hat eine Stellungnahme der Verantwortlichen zu damaligen Vorwürfen 1:1 veröffentlicht.

Wer sich direkt beim Produzenten von Capri-Sonne beschweren möchte, findet hier ein Formular zur E-Mail Aktion von Foodwatch, das man guten Gewissens unterzeichnen kann.


Richtig heiter wird es natürlich, wenn man sich die Erklärungen der Sisi-Werke durchliest, in denen gebetsmühlenartig wiederholt wird, dass die Werbung für Capri-Sonne nicht explizit auf Kinder ausgerichtet sei… Sucht doch mal bei Google nach Begriffen wie “Capri-Sonne Vitamine” oder “Capri-Sonne Sport” 🙂

Goldener Windbeutel 2013: Die Nominierungen

Paula von Dr. Oetker: Für den „Kuhflecken“-Pudding schlägt der Hersteller eine wahre Materialschlacht: Von Klingeltönen über eine iPhone-App bis Online-Karaoke zum Auswendiglernen des Paula-Kinder-Raps aus dem Werbespot. Höhepunkt: Internetspiele wie die „Flecken-Jagd“, bei der virtuelle Paulas so viele Puddings wie möglich einsammeln sollen. Zur Erinnerung: Kinder essen bereits doppelt so viele Süßigkeiten wie von Ernährungsexperten empfohlen.

Capri-Sonne von Wild/SiSi Werke: Für die Wasser-Zucker-Aroma-Mixtur mit ein bisschen Fruchtsaft setzt Hersteller Wild auf die Nähe zum Sport: Er spricht Kinder bei gesponserten Sport-Events an, vergibt ein eigenes Schwimmabzeichen. Außerdem verbreitet Capri-Sonne Unterrichtsmaterial mit Markenlogo und Lernaufgaben zum Produkt – indirekte Werbung an den Eltern vorbei.

Monsterbacke Knister von Ehrmann: Ehrmann setzt alles daran, überzuckerte Produkte als Spielzeug zu vermarkten. Bei all den Knister-, Blubber- oder Zunge-Färb-Applikationen gerät in Vergessenheit, dass der „Fun- und Action-Joghurt“ mit acht Stück Würfelzucker pro 135-Gramm-Becher ganz einfach eine Süßigkeit ist.

Pom-Bär von funny-frisch/Intersnack: Ein Paradebeispiel scheinheiliger Werbebeschränkungen: Intersnack hat sich eine Selbstbeschränkung auferlegt, die Werbung an Kinder unter 12 Jahren grundsätzlich ausschließt. Außer, wenn die Produkte besondere Nährwert-Eigenschaften erfüllen. Diese Hürde überspringt nach funnyfrischs Definition aber selbst der fettig-salzige Pom-Bär-Snack. Der wird mal eben als „kindgerecht“ umgedeutet – und kräftig weiter direkt an Kinder beworben.

Kosmostars von Nestlé: Laut Nestlé ein „vollwertiger Start in den Tag“ mit „Vollkorngarantie“ – in Wahrheit schlicht eine Süßigkeit. Mit trickreichen Portionsangaben rechnet der Hersteller den Zuckergehalt klein. Der liegt bei 25 Prozent, mehr zum Beispiel als in Butterkeksen. Eine groß verkündete Zuckerreduktion brachte nur eine Verbesserung von sehr viel zu viel auf viel zu viel.

Foodwatch kritisierte in erster Linie, dass der Hersteller von Capri-Sonne gezielt die Nähe zum Sport suche und bei gesponserten Sportveranstaltungen oder in Freizeitcamps auftrete. Natürlich will der Hersteller von Capri-Sonne seine Produkte weiter verkaufen, was im nachfolgenden Video von Foodwatch sehr nett und anschaulich dokumentiert wurde:

[youtuber youtube=’http://www.youtube.com/watch?v=7ozmtbwclLY#!’]

Weitere Informationen und Hintergründe zur Verleihung des Goldenen Windbeutels findet Ihr direkt auf der Aktionsseite von Foodwatch und es würde uns freuen, wenn auch Ihr in Zukunft vielleicht einmal etwas mehr darauf achtet, was man seinen Kindern so vorsetzt… Egal was die Werbestrategen der Industrie uns auch erzählen wollen!

2 Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.