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Büsumer Feinkost “Louisiana Flusskrebs Natur” aus der Nordsee oder wie?

Louisiana Flusskrebsfleisch: Aus dem Hause Büsumer Feinkost kommt recht lecker aussehendes Flusskrebsfleisch, das aktuell in der 100 Gramm Packung feilgeboten wird, in meinen Augen jedoch den Verbraucher komplett in die Irre führt und nachdem ich mir heute im Supermarkt die Packung Louisiana Flusskrebsfleisch der Firma Büsumer Feinkost etwas genauer angesehen habe, ist diese umgehend zurück ins Kühlregal gewandert!

Der Louisiana Flusskrebs kommt (wenn man sich als Laie die Packung ansieht) ja entweder aus den Südstaaten der USA, oder irgendwo aus der Nordsee, denn warum sonst heißen die mundgerecht aufgewachsenen Krabbeltiere bitteschön “Louisiana Flusskrebse” und werden von einer Firma Namens “Büsumer Feinkost” angeboten?

Louisiana Flusskrebs der Firma Büsumer Feinkost kommen aus China!

Zusätzlich zur Bezeichnung Lousiana Flusskrebs Natur findet man gut sichtbar den Firmennamen “Büsumer Feinkost” und dieser Eindruck wird auch noch ganz zufällig durch das Bild eines traditionellen norddeutschen Krabbenkutters (Vergleich: Büsumer Wappen) unterstützt, so dass Firmenname und Bild etwa 25% der Packung ausmachen, wie auf dem nebenstehenden Bild recht gut zu erkennen sein dürfte!


Informationen zum Hersteller:

Büsumer Fischerei-Gesellschaft mbH & Co. KG
Chausseestr. 32 in 25797 Wöhrden
Telefon + 49(0)48399000, Fax +49(0)483990015
E-Mail: info@krabben.de


Aber der Louisiana Flusskrebs aus dem Kühlregal kommt eben nicht aus den USA und schon gar nicht aus der Nordsee, sondern aus dem fernen China, auch wenn der Name “Büsumer Feinkost” den geneigten Konsumenten ja irgendwie an den Küstenort Büsum im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein (und somit an heimische Fischerei und ein regionales Produkt) erinnern könnte – ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Der Lousiana Flusskrebs (Procambarus clarkii) ist eine nordamerikanische Krebsart und wird hierzulande übrigens als Roter Amerikanischer Sumpfkrebs bezeichnet, der in freier Wildbahn bis zu 12cm bis 15cm groß wird, was die Genossen aus China wohl irgendwie leider nicht geschafft haben…

Nix mit Nordsee: Lousiana Flusskrebsfleisch von Büsumer Feinkost

Wer vielleicht eine Packung Lousiana Flusskrebs Natur der Firma Büsumer Feinkost im Kühlschrank haben sollte, kann das Teil ja einfach mal umdrehen, um dann vielleicht mit Verwunderung festzustellen, dass diese Flusskrebse aus Binnenfischerei in China stammen!

Nach Informationen diverser Umweltschützer kann es sich bei Reusenfischerei in China eventuell auch um die berüchtigten Aquakulturen handelt, bei denen hemmungslos Antibiotika und Pestizide eingesetzt werden, aber diese Frage wird mir ja hoffentlich die Firma Büsumer Feinkost entsprechend beantworten, denn ich persönlich assoziere mit “Binnenfischerei” und “Reusenfischerei” irgendwie offenes Meer und Natur…

Wer sich für das Thema Herkunftskennzeichnung bei Lebensmitteln interessiert, findet bei Foodwatch oder der Wikipedia weitere Informationen, da es in diesem Bereich offenbar häufig zu “recht kreativen” Bezeichnungen durch die Lebensmittelindustrie kommt, so dass z.B. in Deutschland auch eine Geflügelsalami 50% Schweinefleisch enthalten darf – Klingt komisch, ist aber so!

Auch wenn ich mich als Verbraucher durch die Art des Aufdrucks auf der Verpackung dieser Louisiana Flusskrebse persönlich verschaukelt fühle, können die Produkte der Büsumer Feinkost natürlich total lecker und außerordentlich gesund sein und wenn sich ein verantwortlicher Mitarbeiter dieser Firma zu dieser eventuellen Irreführung der Verbraucher äußern möchte, veröffentlichen wir selbstverständlich auch gerne eine Stellungnahme auf dieser Seite!

2 Antworten

  1. Jan Theofel sagt:

    ein paar Anmerkungen von meiner Seite:
    Natürlich macht der abgebildete Fischkutter gar keinen Sinn, da wir hier von Flusskrebsen reden – die wie der Name schon sagt – in Flüssen leben.

    Die hier dürften aber auch in der Aufzucht etwa 12-15 cm groß geworden sein, denn nur ein extrem kleiner Bereich enthält genießbares Fleisch. Der größte Teil des Tieres wird weggeworfen. Ich schätze mal ca. 95% des Tier sind “Abfall”. Da kann man sich schon mal generell (nicht nur beid em Produkt) fragen, ob es das wert ist.

    Was die irreführende Herkunft angeht würd eich das mal bei lebensmittelklarheit.de melden. Das ist ein Verbraucherschutzportal hinter dem ein Ministerium steckt.

  1. 6. Oktober 2011

    […] Irgendwie musste um 13:00 Uhr etwas Nahrhaftes her, und da kamen die putzigen “Lousiana Flusskrebse“ (Aldi) mit schlappen 110 kcal pro Packung gerade Recht um sich mit 2 aufgeschnittenen […]

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