BSA sucht Spitzel: Den Chef denunzieren und Geld verdienen

Stasimethoden bei der BSA: Wir haben schon mehrfach über die Geschäftspraktiken der “Business Software Alliance” berichtet, aber das neue Spitzelprogramm der selbsternannten Weltretter gegen Software Piraterie ist schon ein starkes Stück, da hier ganz offen zum bezahlten Denunziantentum und guter alter Blockwart Manier aufgerufen wird. Natürlich hat man beim Interessenverband der Softwareanbieter ein berechtigtes Interesse, den gewerblichen Einsatz von nicht lizenzierter Software zu unterbinden, und wir wollen an dieser Stelle auch keine Lanze für “dezentralisierte Sicherheitskopien” brechen, aber mit der aktuellen “No Piracy Kampagne” will die BSA nun verstärkt unzufriedene Mitarbeiter dazu verleiten, den eigenen Brötchengeber anzuschwärzen und somit auch von der “Business Software Alliance” in entsprechend kostspielige Prozesse zu verwickeln.

10.000 Euro Belohnung für die Spitzel der Business Software Alliance

BSA Spitzel bekommen Belohnung  für DenunzierungenIm frei zugänglichen Posting bei Facebook bezeichnet die BSA diese Spitzeltätigkeit auch noch kackfrech als Zivilcourage und schreibt hierzu wörtlich: “Zivilcourage zahlt sich aus! Melde jetzt unlizenzierte Software und kassiere dafür eine Belohnung…”

Die Netzgemeinde ist hier auch schon fleißig am kommentieren, wobei die Business Software Alliance nicht besonders gut wegkommt. Hier dann noch ein Auszug aus dem Formular für Denunzianten, denn natürlich honoriert die Business Software Alliance die Verräter auch entsprechend hoch.


…die Höhe der Belohnung ist abhängig von der Höhe des gezahlten Schadensersatzes und beträgt bis zu EUR 10.000. Belohnungen werden nur für Hinweise gezahlt, die zu einem für die BSA oder ihre Mitgliedsfirmen erfolgreichen Urteil oder Vergleich führen. Um eine Belohnung zu erhalten, ist es erforderlich, dass Sie uns Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten mitteilen, für erforderliche Rückfragen erreichbar sind sowie die BSA bei der Verfolgung des Hinweises unterstützen. Ihre Daten werden vertraulich behandelt. Die BSA zahlt Belohnungen ausschließlich für Hinweise, die Lizenzverstöße der Produkte ihrer Mitgliedsfirmen in Unternehmen betreffen. Die BSA zahlt keine Belohnungen bei Hinweisen auf Lizenzverstöße durch Privatpersonen… (Quelle: BSA Spitzel Formular)

Lest Euch den Aufruf der BSA einfach selber durch und macht Euch ein eigenes Bild, denn natürlich möchten wir mit diesem Artikel niemanden dazu motivieren, sich am langsam anschwellenden Shitstorm gegen die BSA zu beteiligen…

Auch wenn der offene Aufruf zur Spitzeltätigkeit für die BSA mit Sicherheit durch geltende Gesetze gedeckt wird, hoffen wir natürlich, dass dieser Schuss gründlich nach hinten losgeht und sich immer mehr Firmen für Open Source und kostenlose Software entscheiden, wie es bereits in vielen Unternehmen und Verwaltungen der Fall ist.


4 Antworten

  1. Thorben sagt:

    sollte als sittenwidrig verboten werden!

  2. babalu sagt:

    hoffentlich werden die Denunzianten dann auch geküdigt, siehedazu aus der Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Business_Software_Alliance
    “Ob diese Verfolgung von Firmen, die nicht korrekt lizenzierte Software verwenden, letztlich tatsächlich zu mehr Umsatz für die Hersteller proprietärer Software führt, ist fraglich. Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass die Verunsicherung, die durch die Kampagnen der BSA resultiert, gerade in kleinen und mittleren Unternehmen sehr stark zu einer höheren Akzeptanz ungefährlicher Open-Source-Alternativen führt. Allerdings ist das Hauptanliegen des Branchenverbandes nicht das Marketing seiner Mitglieder, sondern vielmehr die Erschaffung eines legalen Umfeldes, in dem die verschiedenen Lizenzmodelle (darunter auch Open-Source-Modelle, die von einigen großen BSA-Mitgliedern wie IBM vertreten werden) miteinander in fairen Wettbewerb treten können. Die BSA empfiehlt Mitarbeitern von Unternehmen, die Schwarzkopien verwenden, diese anzuschwärzen, weist aber nie darauf hin, dass dies ein Kündigungsgrund sein kann, wenn der Mitarbeiter nicht zunächst vorher seine Dienstvorgesetzten über die illegale Verwendung von Software im Betrieb informiert hat.”

  3. Karo sagt:

    DDR Methoden bei der BSA

  4. Egon sagt:

    die BSA war immer schön übel drauf aber das ist echt übel

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