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Abofallen und Abzocke im Internet: Tipps von Rechtsanwalt Eplinius

Abzockern die Stirn bieten: Heute erreichte uns ein Schreiben der Anwaltskanzlei Eplinius aus Potsdam, die sich schon seit längerer Zeit mit der dreisten Abzocke im Internet beschäftigen und mehreren Betroffenen bei ungerechtfertigten Forderungen geholfen haben.

Nachfolgend das Schreiben von Herrn Rechtsanwalt Mark Eplinius, welches wir an dieser Stelle natürlich im Originaltext veröffentlichen. Bei Rückfragen zu Abofallen und Abzocke im Internet können Sie sich jederzeit an die Kanzlei wenden.

Die Kontaktinformationen der Anwaltskanzlei finden Sie am Ende dieses Textes und die Redaktion von Tutsi.de bedankt sich bei Rechtsanwalt Mark Eplinius für dieses Schreiben zum Thema Abofallen und Abzocke im Internet!


Abzocke durch Abofallen: Informationen von Rechtsanwalt Mark Eplinius

Update zum Kampf gegen die Abzocker der Nutzlosbranche:
Hier klicken: Mustertexte für Widerrufsschreiben bei Abofallen

Hier der Originaltext des Briefes der Rechtsanwälte Eplinius aus Potsdam und etwas weiter unten finden Sie zusätzlich einen Musterbrief, welchen Sie den Damen und Herren Abzockern nach erhalt einer ungerechtfertigten Rechnungen zukommen lassen können:



Opendownload.de… Haben Sie keine Angst mehr!

Im Internet werden Sie inzwischen umfassend vor Webseiten wie “opendownload.de” oder anderen gewarnt. Die Internet-Seiten scheint unverdächtig, Download-Angebote scheinbar kostenlos.

Jedoch im Kleingedruckten ist ein Abo-Vertrag versteckt. Auf diesen Seite werden Internetnutzer für ein Abonnement zur Kasse gebeten, das angeblich durch Registrierung auf ihrer Seite geschlossen wurde. Die Betreiber von opendownload.de versuchen, mit der Anbietung ohnehin kostenloser Programme Dritter ahnungslose Internetnutzer abzukassieren. Die Betroffenen suchten im Internet meist nach kostenlosen Programmen wie “eMule” und landeten auf opendownload.de. Nach einigen Klicks kommen sie auf einer Seite zur Anmeldung;  neben dem Eingabefeld für persönliche Daten ist jedoch auch ein kaum erkennbarer Hinweis auf Kosten und Laufzeit von zwei Jahren angebracht.

In der Annahme, die persönlichen Daten seien lediglich für den kostenlosen Download der Software nötig, übersehen die meisten diese Klausel. Die Betreiber von opendownload.de gehen dabei noch besonders unverschämt vor: Wer sich anmeldet, muss auf sein Widerrufsrecht verzichten. Aus rechtlicher Sicht ist das Setzen eines Häkchens aber nicht ausreichend, um wirksam auf sein Widerrufsrecht zu verzichten.

In der Zwischenzeit hat es bereits Hunderttausende getroffen: alle sind wütend auf die Betreiber dieser Seiten, weil sie in der Folge förmlich mit Rechnungen und bösen Mahnschreiben bombardiert werden. Vielen von ihnen zahlen -aus Angst vor höheren Kosten oder gar einem Gerichtstermin. Aber das sollten Sie nicht!!

Die Abzocker machen so im Jahr Millionen. Zwei Gerichtsurteile bringen dieses sog. Geschäftsmodell jetzt ins Wanken. „Beihilfe zum Betrug“ – so das Urteil der Richter. Diese stellten fest, dass zwischen Kläger und Beklagten kein Vertrag zustande gekommen sei, die Forderungen der Betreiber damit nicht gerechtfertigt waren. Der Kläger sei zu recht von einer Download-Möglichkeit ausgegangen, die nichts kostet. Bei der Anmeldung wurde er dann unzureichend über das folgende Abo und die entstehenden Kosten belehrt.

Was heißt das für Sie? Lassen Sie sich durch anschließende Abrechnungen und Drohschreiben dieser Firmen nicht einschüchtern! Bezahlen Sie insbesondere nicht die gestellten Rechnungen. Mein Tipp:  Entweder Sie antworten mit einem unten dargestellten Musterbrief oder Sie nehmen Kontakt mit einem spezialisierten Anwaltsbüro für Internetrecht auf, denn beim Kampf gegen unberechtigte Entgeltforderungen und Internet-Abzocker ist Umsicht dringend anzuraten.

Der Anwalt kann dann entsprechend mit einem Schreiben reagieren und den Abzockern die Regeln des Fernabsatzgesetzes erläutern. Sollte dann die Mahnungen immer noch andauern, kann der Anwalt eine sog. Negative Feststellungsklage beim Gericht einreichen. Die Kosten sind aufgrund des geringen Streitwertes meist überschaubar oder werden durch Ihre Rechtsschutzversicherung getragen.

Lassen Sie sich auf keinen Fall von diesen Abzockern einschüchtern!

Mit freundlichen Grüßen,
Rechtsanwalt Mark Eplinius


Musterbrief für einen Widerspruch nach Erhalt einer Rechnung:

Der nachfolgende Mustertext zur Abwehr einer ungerechtfertigten Forderung durch Abofallen und anderer Abzocker im Internet wurde uns ebenfalls von der Kanzlei Eplinius zur Verfügung gestellt und darf natürlich kostenlos verwendet werden.

Sollten Sie selber Rechnungen und Mahnungen der Internetabzocker erhalten, so können auch Sie sich jederzeit an die Kanzlei Eplinius bzw. direkt an Rechtsanwalt Mark Eplinius wenden.

Hier die Kontaktdaten:

Eplinius Rechtsanwälte – Verkehrshof 7 – 14478 Potsdam
Telefon: 0331-8171400 – Telefax: 0331-8171401
Webseite: www.eplinius.de – Email: kanzlei@eplinius.de

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Schreiben vom xx.xx.xxxx fordern Sie xxx,xx Euro von mir. Angeblich haben Sie eine Internet-Serviceleistung für mich erbracht.

Das Ergebnis vorwegnehmend werde ich keine Zahlung an Sie leisten. Ich habe keinen  kostenpflichtigen Vertrag mit Ihnen abgeschlossen. Insbesondere erfolgten keine Belehrungen und Informationen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen zum Fernabsatzgesetz.

Weiterhin ist der Hinweis auf ein Abo und auf den Preis nicht zu erkennen. Offenbar in der Absicht, nicht entdeckt zu werden. Angeblich soll der Download kostenlos sein. Auch fehlt es an einer rechtmäßigen Widerrufsbelehrung.

Ich fechte den angeblich abgeschlossenen Vertrag mit Ihnen vorsorglich wegen arglistiger Täuschung an. Zudem widerrufe ich diesen Vertrag hilfsweise nach den gesetzlichen Vorschriften über Fernabsatzverträge. Weiter vorsorglich fechte ich wegen eines Inhaltsirrtums über die abgegebenen Willenserklärungen an, hilfsweise kündige ich fristlos.

Von Mahnungen bitte ich Abstand zu nehmen, da ich ansonsten gerichtliche Schritte gegen Sie einleiten werde.

Mit freundlichen Grüßen

Weitere Informationen und Diskussionen zum Thema Abofallen und Abzocke:

Dieser Artikel und die Informationen von RA Mark Eplinius dürfen – unter Nennung der ursprünglichen Quelle und Linksetzung – auszugsweise auch von anderen Webseiten verwendet werden. In diesem Falle bitten wir um eine kurze Benachrichtigung via E-Mail…

14 Antworten

  1. Sabine sagt:

    Danke an Herrn Rechtanwalt Eplinius wir haben bereits mehrere Mahnungen dieser Abzocker erhalten und melden uns in den nächsten Tagen in der Kanzlei!
    Liebe Grüße aus Hamburg,
    Sabine

  2. Berti sagt:

    Bei der Nutzlosbranche ist das einzig richtige wo man reagieren sollte, bei einem Gerichtlichen Mahnbescheid. Aber auch hier zeigt 5 Jahre Nutzlosbranche, dass dies sehr sehr selten vorkommt. Den sonstigen Mahndrohmüll vom Nutzlosanbieter und Helfershelfer kann man getrost ignorieren.

  3. Waldemar sagt:

    Hallo zusammen,

    hier das Schreiben, das ich an diesen Anwalt Tank geschickt habe:

    RA Olaf Tank
    Averdiekstr.7

    49078 Osnabrück

    AZ TAS 6044018/10

    Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

    mit Datum vom 08.01.2010 erhielt ich von der Antassia GmbH ein Schreiben, mit welchem mir eine Rechnung für die Inanspruchnahme einer Internet-Dienstleistung geschickt wurde. Die Rechnung werde ich nicht ausgleichen, da ich keine Dienstleistung in Anspruch genommen habe. Weisen Sie mir bitte nach, wie und wann es zu einem Vertragsschluss gekommen sein soll und welche Dienstleistung ich angeblich in Anspruch genommen haben soll.

    In meiner Mitteilung an die Antassia GmbH vom 19.10.2010 über Kontaktformular habe ich Antassia aufgefordert, mir die behauptete Mail mit dem angeblichen Aktivierungslink zuzusenden. Dies wurde nicht getan. Ich habe eine solche Mail auch vorher nicht erhalten.

    Im Übrigen darf ich Sie darauf hinweisen, dass die Methoden, die Ihre Mandantin auf der von ihr betriebenen Website betreibt, die Methoden von gewerblich organisierten Trickbetrügern sind. Hier werden Leute ahnungslos in eine Abofalle gelockt und mit wertlosem Schund abgespeist. Ich gehe davon aus, dass Sie die Interessen Ihrer Mandantin nicht erst seit heute vertreten. Deshalb dürften Ihnen diese betrügerischen Machenschaften hinlänglich bekannt sein.

    Ich werde deshalb die Bank Ihrer Mandantin über die betrügerischen Geschäfte Ihrer Mandantschaft informieren und darauf hinweisen, dass über ihre Konten Geld aus illegalen Geschäften fliesst.

    Ferner werde ich an die Rechtsanwaltskammer schreiben und dort bekannt machen, dass Sie Ihr Geld mit der Vertretung der Interessen von gewerblich organisierten Trickbetrügern verdienen.

    Ferner werde ich an die Bundesnetzagentur in Bonn schreiben und dort die von Ihrer Mandantschaft betriebene Website bekannt machen.

    Last not least werde ich u.a. die Computer Bild und die Verbraucherzentrale über die von Ihnen und Ihrer Mandantschaft betriebenen Geschäfte informieren.

    Mit vorzüglicher Hochachtung

  4. Waldemar sagt:

    Hallo zusammen,

    und hier das Schreiben, welches ich an die Antassia geschickt habe:

    Antassia GmbH
    Rhabanusstraße 10

    55118 Mainz

    Ihre Forderung: Rechnungs-Nummer RE0110152788

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Datum vom 08.01.2010 erhielt ich von Ihnen ein Schreiben, mit welchem Sie mir eine Rechnung für die Inanspruchnahme einer Internet-Dienstleistung schicken. Die Rechnung werde ich nicht ausgleichen, da ich Ihre Dienstleistung nicht in Anspruch genommen habe. Weisen Sie mir bitte nach, wie und wann es zu einem Vertragsschluss gekommen sein soll und welche Dienstleistung ich angeblich in Anspruch genommen haben soll.

    In meiner Mitteilung an Sie vom 19.10.2010 über Ihr Kontaktformular habe ich Sie aufgefordert, mir Ihre Mail mit dem angeblichen Aktivierungslink zuzusenden. Dies haben Sie nicht getan. Ich habe eine solche Mail auch vorher nicht erhalten.

    Den angeblich abgeschlossenen Vertrag fechte ich vorsorglich nach § 123 Abs.1 BGB wegen arglistiger Täuschung an. Zudem widerrufe ich diesen Vertrag hilfsweise nach den Vorschriften über Fernabsatzverträge. Höchst vorsorglich erkläre ich die Anfechtung nach § 119 BGB wegen eines Irrtums über den Inhalt der abgegebenen Willenserklärungen, hilfsweise kündige ich fristlos.

    Drohungen Ihrerseits mit einer Strafanzeige sind unzulässig. Ich behalte mir
    weitere zivil- und strafrechtliche Schritte vor, insbesondere eine Strafanzeige wegen Erpressung, § 253 StGB, Nötigung, Betrug und weiterer in Betracht kommender Delikte.

    Hochachtungsvoll

  5. Simone sagt:

    Ich möchte mich bei Herrn Rechtsanwalt Mark Epilinius bedanken, dass er diesen Artikel hier veröffentlicht hat. Am o6.o7.2010 habe ich die erste Zahlungsaufforderung von outlets.de erhalten. Sofort habe ich einen Widerruf per Einschreiben mit Rückschrift an die dubiose Firma Icontent geschickt. Da ich aber weiß, dass die Anwältin die deren Interessen vertritt (eine gewisse Frau Katja Günther)mit allen wassern gewaschen ist ,war dieser Beitrag für mich sehr wichtig.Werde mich gegenfalls an Herrn Epilinius wenden.

    Nochmal Danke für diesen Artikel.

  6. Thomas Klier sagt:

    hallo liebe leute ich war heute auch beim Rechtsanwalt Manfred Rössle in Schwabmünchen und kann nur bestätigen was der Hr.Rechtsanwalt Eplinius sagt.Einfach Rechnungen ignorieren und erst zum anwalt falls vom gericht ein amtl.Schreiben zugestellt werden sollte.Bin auch auf http://www.millionenquiz.de hineingetappt und soll 45 Euro für 7min spielen zahlen.Auch das ist Rechtswidrig und braucht nicht bezahlt werden sagt mein Rechtsanwalt.Lasst euch nicht durch das Urteil vom Amtsgericht Hof einschüchtern.Denn das ist nur mal als kleiner Eckpunkt zu betrachten und muss nicht zwangsläufig für jeden gelten.Also auf keinen Fall mit denen kontaktieren denn dass sind gemeine Betrugsmaschen und Abzockereien,Nepper,Schlepper,Bauernfänger.

  7. monika sagt:

    hallo. mein sohn hat am 8.9 2010 auch ne rechnung von herrn tank bekommen, mein sohn ist aber erst 16jahre alt. auch weiss er nicht mal wo er sich da was runtergeladen hätte. ich habe diesen anwalt eine brief per einschreiben geschickt… und ihm mitgeteilt, das ich keinen cent zahlen werde, und wenn ich nochmal ne mahnung bekomme zum anwalt gehe. habe ich mich richtig verhalten

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