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Sascha Lobo und Vodafone: Warum die Aufregung um den Werbespot?

Blogger, Werbung und Erfolg: Warum geht ein medialer Aufschrei durch das Land, wenn einmal ein deutscher Blogger erfolgreich an seiner Selbstvermarktung arbeitet?

Bereits der Verkauf von Basic Thinking durch Robert Basic schlug hohe Wellen und vielerorts wurden Robert Basic der Verkaufserlös von knapp 50000 Euro bei Ebay offenbar nicht gegönnt – ja ist es denn hierzulande eine Schande erfolgreich zu sein?

Jetzt spielt der Blogger Sascha Lobo eben im Vodafone Werbespot “Es ist Deine Zeit” mit und diverse Blogger halten sich mit ihrer Kritik nicht gerade bedeckt…


Purer Neid der Netzwelt oder nur Kritik an der Kampagne bzw. dem Auftraggeber Vodafone?

Blogger und Werbung – Reaktionen auf den Vodafone Werbespot:

Share photos on twitter with Twitpic Bereits kurz nach der Vodafone Pressekonferenz machte die nebenstehende Satire im Netz die Runde, welche aber sowohl für Vodafone, als auch für Lobo natürlich wieder indirekte Werbung darstellt und aus diesem Grund hoffentlich auch nicht abgemahnt wird!


Bei Meedia finden wir hierzu einen Text, der sicherlich vieles auf den Punkt bringt: “…dass die Testimonials von der breiten Masse nicht erkannt werden, muss kein Hindernis für einen Erfolg sein. Dafür haben Lobo und Konsorten sicher auch keine David-Beckham-mäßigen Saläre eingestrichen. Die Web-Gemeinde hat sie jedenfalls erkannt und schäumt auf Knopfdruck. Die Vermutung liegt nahe, dass sich da einiges an Neid und Missgunst Bahn bricht…” (meedia.de)

Auf jeden Fall hat der Gastauftritt des “bekanntesten Bloggers Deutschlands” (Zitat Vodafone) mit der seltsamen Frisur nun für etwas Wirbel gesorgt und zum Glück sind dadurch auch die aktuelle Zensurpolitik und Internetsperren der Bundesregierung wieder etwas mehr in den Focus der Öffentlichkeit geraten…

In der heutigen Ausgabe des Berliner Tagesspiegel finden wir zu diesem Thema: “…die Frage, die hinter vielen Äußerungen steht, lautet: Darf sich die Internet-Avantgarde, die sonst freie Downloads für freie Internetbürger fordert, von einer Werbekampagne mit einem Volumen im hohen zweistelligen Millionenbereich vereinnahmen lassen?…” (tagesspiegel.de)

Vodafone Werbespot: “Heroes” bzw. “Es ist Deine Zeit”:

So dolle ist der Werbespot nun nicht, aber dafür leider derzeit auf allen Sendern zu sehen. Wer noch nicht in den Genuss gekommen sein sollte, kann dies jetzt gerne nachholen:

Umstrittene Web 2.0 Werbung von Vodafone:

Ob es sich beim SPD Online-Beirat Lobo nun wirklich um die “Internet-Avantgarde” und einen “Markenbotschafter” handelt, soll bitte jeder für sich selbst entscheiden… Auf jeden Fall aber ein weiterer gelungener Schachzug zur Selbstvermarktung . Im frisch verkauften Basic Thinking Blog steht hierzu: “…Vodafone hat jedenfalls noch jede Menge Arbeit vor sich. Allerdings sollte es sich das Unternehmen nicht mit der Generation Upload verscherzen, denn sonst heißt es statt “Es ist deine Zeit” bald “Deine Zeit ist vorbei… Vodafone”. Daran kann dann auch Markenbotschafter Sascha Lobo nichts ändern – zumal sein Lieblingshandy immer noch ein iPhone mit T-Mobile-Vertrag ist…” (basicthinking.de)

Der Pantoffelpunk formuliert seine Kritik an Lobo etwas direkter: “…Aktuell verdingt sich Lobo, der sich nach eigenem Bekunden als Berater der SPD gegen die Internetsperren stark gemacht hat, für eine peinliche Werbekampagne von vodafone. Und wenn Herr Lobo vielleicht schnell vergisst, das Netz tut es nie. vodafone gehörte zu den Providern, die am 17. April die Verträge mit dem BKA zu den Internetsperren ohne zu zucken sofort unterschrieben haben….” (blog.pantoffelpunk.de)

Auch wenn es derzeit politisch nicht gerade ein besonders schlau gewählter Zeitpunkt zu sein scheint, so gönne ich persönlich Sascha, Robert und vielen anderen Bloggern ihren (auch finanziellen) Erfolg und hoffe, dass es auch in Deutschland einmal möglich sein wird, erfolgreich zu sein, ohne gleich Scharen von Neidern auf den Plan zu rufen – In diesem Sinne: Schöne Restwoche…

Nachtrag von 14:00 Uhr:
Der letzte Absatz dieses Artikels hat nichts mit dem Zitat vom Pantoffelpunk zu tun, sondern bezieht sich lediglich auf die allgemeine “Neidkultur” in Deutschland!

9 Antworten

  1. Welchen Teil von

    der sich nach eigenem Bekunden als Berater der SPD gegen die Internetsperren stark gemacht hat, für […] vodafone gehörte zu den Providern, die am 17. April die Verträge mit dem BKA zu den Internetsperren ohne zu zucken sofort unterschrieben haben….

    verstehst Du nicht, dass Du Dich gemüßigt siehst, mir so platt wie falsch “Neid” vorzuwerfen? Die Welt und die gedanken anderer Mensch sind manchmal nicht so eindimensional, wie Du sie gern hättest.

  2. admin sagt:

    @pantoffelpunk:
    und da ich Deinen Artikel Aussage zur Kritik an der “Politik” von Vodavone und weniger an Lobo gesehen habe, ist auch Dein o.g. Zitat verwendet worden… Nix mit “Neid unterstellen”… abgesehen davon sind “eindimensionale” Menschen meist recht flach 🙂

  3. Wenn ich mir den Absatz unter meinem Zitat durchlese, komme ich zu einer anderen Interpretation, aber Schwamm drüber.

  4. admin sagt:

    @pantoffelpunk:
    so, noch einen Satz unter den Artikel geschrieben, jetzt ist auch kein Raum mehr für eine eventuelle (falsche) Interpretation gegeben… Gruß!

  5. lebrain sagt:

    Btw: Auch Robert Basic spielt in dem Spot mit 😉
    (im Bus hinter Lobo)

  6. Fred sagt:

    Lobo macht das bestimmt nicht wegen dem Geld. Vodafone hat Grosses vor und Lobo würde es nicht unterstützen, wenn es nicht den richtigen Spirit besitzen würde.

  7. truetigger sagt:

    Obwohl ich persönlich nix von Lobo halte, geht es bei der Kritik um den Vodafone-Deal NICHT um Missgunst – es geht um die Frage nach der Glaubwürdigkeit.

    Ja, andere Medien haben diesen Punkt längst hinter sich: Werbung bedeutet freiwillige Zensur, da man es sich ja nicht mit den Anzeigenkunden verscherzen will. Dies erlebt man in Printmedien recht stark, und man unterstellt es auch dem Privatfernsehen. Es wird nicht direkt gelogen, aber Themen werden gefiltert, wenn sie dazu führen könnten, dass wichtige Werbekunden abspringen.

    Und genau hier stellt sich die Frage, was man mit einem Blog bezweckt. Wer gegen Zensursula anschreibt kann sich nicht dafür auch noch von einem Zensurbefürworter bezahlen lassen, das passt einfach nicht. Wer hingegen wie “fernsehlexikon” einfach ein Thema hat, welches eh mit der Internet-Zensur nichts direkt zu tun hat, muss es nur vor seinem Gewissen vereinbaren, ob man von einem Laden wie vodafone Geld nimmt oder nicht.

    Manche der beteiligten Blogs haben eben durch diesen Glaubwürdigkeitsverlust schwer enttäuscht, andere nahm man vorher schon nicht ernst.

    Sollen sie ihr Geld verdienen, ist mir wurscht. Aber sieh haben eben ihre Unabhängigkeit aufgegeben.

  8. Gunnar sagt:

    Wieso wird Kritik oft gleich mit Neid gleichgesetzt?

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