Nebenkostenabrechnung: Fristen Details und Probleme




 

Nebenkostenabrechnung und Fristen: Wie in jedem Jahr erwarten viele Mieter die Betriebskostenabrechnung ihres Vermieters mit Argwohn und wundern sich teilweise zu Recht über einzelne Positionen bei der Abrechnung der Nebenkosten. Hierbei kennen leider die wenigsten Verbraucher ihre Rechte und wissen viel zu wenig über die jeweiligen Fristen korrekten Erstellung der Nebenkostenabrechnung, welche jedoch eindeutig nach §556 BGB geregelt sind. Da wir selbst im direkten Umfeld bereits die abenteuerlichsten Geschichten rund um die Abrechnung der Nebenkosten erlebt haben, hier einige harte Fakten und wer ebenfalls mit seinem Vermieter hat oder seit Jahren vergeblich auf seine Abrechnung wartet, sollte in jedem Fall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und sich mit dem Mieterschutzbund oder seinem Anwalt in Verbindung setzen.

Nebenkostenabrechnung zu hoch

Nebenkostenabrechnung und Fristen bei den Betriebskosten

Auch wenn wir an dieser Stelle keine Rechtsberatung durchführen dürfen, sollte jede Mieter seine persönlichen Rechte kennen, weswegen wir an dieser Stelle einige wichtige Informationen rund um mögliche Probleme bei der Nebenkostenabrechnung für Euch zusammengetragen haben, denn nach geltendem Gesetz muss der Vermieter, also entweder der Eigentümer selbst, oder die beauftrage Hausverwaltung oder Immobilienfirma die Abrechnung der Nebenkosten dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitteilen. Zudem kann euer Vermieter Betriebskosten nur dann nachfordern, wenn Euch vor Ablauf der gesetzlichen Abrechnungsfrist eine formell ordnungsmäßige Abrechnung zugestellt wurde. Versäumt der Vermieter diese Frist bei der Betriebskostenabrechnung, so verfallen natürlich auch eventuell anfallende Nachzahlungen an Euren Vermieter.

Auch wenn euer Vermieter eine verspätete Nebenkostenabrechnung vorlegt, oder Euch erst gar keine Abrechnung der Betriebskosten zukommen lässt, müsst Ihr auf Euer Guthaben oder eine Rückzahlung der Nebenkosten nicht verzichten und  könnt diese auch noch nach Ablauf der zwölfmonatigen Abrechnungsfrist von Eurem Vermieter verlangen. Sollte in Eurem Mietvertrag zudem eine Klausel enthalten sein, welche Euch als Mieter bei der Frist oder dem Abrechnungszeitraum benachteiligt, so ist diese übrigens von vorherein unwirksam, wie ebenfalls in §556 BGB nachzulesen ist.  Wenn der Vermieter allerdings nachweisen kann, dass die verspätete Nebenkostenabrechnung nicht durch seine Schuld entstanden ist, so kann in wenigen Ausnahmefällen auch eine spätere Nachberechnung erfolgen, sofern der Vermieter den Grund der verspäteten Nebenkostenabrechnung belegen kann.

Nebenkostenabrechnung und Widerspruch

Wer mit seiner Betriebskostenabrechnung nicht einverstanden ist und vielleicht sogar berechtigte Zweifel hat, kann innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt der Abrechnung Widerspruch einlegen. Selbstverständlich habt ihr als Mieter auch das Recht, entsprechende Abrechnungen für den jeweiligen Abrechnungszeitraum einzusehen. Wichtig ist hierbei, dass Ihr trotz der Widerspruchsfrist von 12 Monaten eine eventuell geforderte Nachzahlung der Betriebskosten leisten müsst und hierfür keine Frist von 12 Monaten habt, sondern den geforderten Betrag erst einmal innerhalb von 30 Tagen bezahlen müsst, um nicht in Verzug zu geraten.

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Tipps und Informationen zur Nebenkostenabrechnung

  • Nebenkostanabrechnung: Zahlen Sie auch zu viel? (via: finanztip.de)
  • Nebenkostenabrechnung: Reche und Pflichten (via: immonet.de)
  • Jede zweite Nebenkostenabrechnung ist falsch (via: welt.de)
  • Nebenkostenabrechnung prüfen und bei Fehlern widersprechen (via: zuhause.de)

Vor einem Widerspruch gegen die Betriebskostenabrechnung solltet Ihr in jedem Fall professionelle Unterstützung einholen, wobei man bereits im Vorfeld selbst eine Position auf seiner Abrechnung überprüfen kann, da der Vermieter an die Betriebskostenverordnung gebunden ist. Sind im Mietvertrag jedoch lediglich einzelne Positionen aufgeführt und es wird nicht eindeutig auf die Betriebskostenverordnung hingewiesen, so darf Euer Vermieter auch nur diese Positionen berechnen.

Nebenkostenabrechnung und Widersoruch

Wenn Euch beispielsweise auf der Betriebskostenabrechnung eine hohe Nachzahlung bevorsteht, so wird der Vermieter in der Regel auch die Nebenkostenvorauszahlung anheben wollen. Auch wenn Ihr als Mieter verpflichtet seid, die Erhöhung der Vorrauszahlung zu begleichen, muss ein eventueller Fehler in der vorliegenden Abrechnung berücksichtigt und Euch entsprechend zu viel bezahlte Betriebskosten erstattet werden.

Nebenkostenabrechnung unbedingt auf Fehler überprüfen

Viele Vermieter erstellen falsche Betriebskostenabrechnungen und stellen ihren Mietern zu Unrecht die verschiedensten Kosten in . Da wir keine Juristen sind, möchten wir hier den Wohnungseigentümern und Hausverwaltungen natürlich keine Absicht unterstellen und geben Euch an dieser Stelle einige Beispiele für eine fehlerhafte Nebenkostenabrechnung:

  • Vermieter rechnet einmalige Kosten ab: Im Gegensatz zu Wartungskosten darf Euch der Vermieter keine einmaligen Reparaturarbeiten in Rechnung stellen, denn werder die Kosten für einen Rohrbruch, noch eventuelle Malerarbeiten im Treppenhaus dürfen auf der Betriebskostenabrechnung enthalten sein
  • Vermieter rechnet Hauswart doppelt ab: Natürlich darf der Hauswart über die Nebenkosten abgerechnet werden, aber übernimmt der Hauswart auch die Gartenpflege und andere Arbeiten im oder am Haus, so dürfen diese Kosten auf gar keinen Fall erneut auf der Betriebskostenabrechnung berechnet werden.
  • Vermieter berechnet Verwaltungskosten: Wer in einer Eigentumswohnung zur Miete wohnt muss eventuell berechnete Verwaltungskosten und Instandhaltungskosten sowie eventuelle Instandhaltungsrücklagen nicht bezahlen, auch wenn Euch Vermieter versucht, Euch die Abrechnung der Wohnungseigentümergemeinschaft aufs Auge zu drücken, da diese Kosten immer vom Wohnungseigentümer getragen werden müssen
  • Vermieter berechnet Verwaltungskosten: Es kann Euch als Mieter egal sein, wie viele Briefe die Hausverwaltung verschickt oder wie hoch die Telefonrechnung der Verwaltung ist, denn Verwaltungskosten und Gebühren für die Hausverwaltung dürfen nicht über die Betriebskostenabrechnung auf den Mieter abgewälzt werden.
  • Vermieter berechnet leerstehende Wohnungen: Sind im Haus Wohnungen leer, so muss der Vermieter den jeweiligen Anteil der Betriebskosten – Stichwort: Leerstandskosten – zu 100% selbst tragen. Achtet also auf die angegebene Gesamtwohnfläche des Hauses oder der Wohnanlage und vergleicht diese mit den Abrechnungen der letzten Jahre

Wir hoffen natürlich, dass Ihr einen fairen und ehrlichen Vermieter habt und auch in diesem Jahr eine pünktliche und korrekte Betriebskostenabrechnung erhaltet. Sollte dem nicht so sein, bitte nicht selbst beim Vermieter auf der Matte stehen, sondern erst einmal Informationen sammeln und sich im Idealfall mit dem Mieterschutzbund in Verbindung setzen. Die Kosten für die Mitgliedschaft im Mieterschutzbund betragen übrigens nur knapp 7 Euro pro Monat und beinhaltet neben einer Beratung bei Mieterhöhungen und Nebenkostenabrechnungen auch Hilfe bei der Durchsetzung von Mängelbeseitigungsansprüchen gegenüber dem Vermieter und andere Formen der Unterstützung für Mieter. Weitere Informationen und eine entsprechende Mietrechtsberatung erhaltet Ihr natürlich auch bei der , wobei hier in der Regel höhere Kosten entstehen.

Der Artikel: "Nebenkostenabrechnung: Fristen Details und Probleme" wurde am 4. Dezember 2015 um 11:24 Uhr verfasst und in der Kategorie Wirtschaft veröffentlicht. Es ist in jedem Fall zu beachten, dass eine Publikation nur den Stand der Dinge zum jeweiligen Zeitpunkt der Veröffentlichung wiedergeben kann.

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