LBB Kontodaten: wie sicher sind die Kunden bei der Landesbank Berlin?

Datenklau bei der LBB und Datenschutz der Banken: Wie bekloppt müssen die Verantwortlichen für den neuen Datenskandal denn sein und wie sicher ist das Geld der Kunden bei den Banken?

Wie heute bekannt wurde sind höchst sensible Kundendaten der Berliner Landesbank im Umlauf, die offenbar der Firma Atos Worldline “abhanden” gekommen sind. Wie kann es denn bitteschön sein, dass komplette Kontodaten einfach so verschwinden?

Noch ist nicht bekannt, ob Kriminelle jetzt die Konten der LBB-Kunden abräumen könne, oder wie viele Daten konkret im Umlauf sind. Auch ist wohl noch nicht klar ob auch Kontodaten der Berliner Sparkasse in die falschen Hände geraten sind.

Die Beschwichtigungsversuche der letzten Stunden zeigen auch, dass die Landesbank Berlin selber völlig überfordert zu sein scheint, denn offiziell wird der Skandal bei der LBB schön heruntergespielt, denn in einer Stellungnahme der LBB wurde versichert, dass die gestohlenen Kreditkartendaten keine Geheimnummern enthielten…

Da ich jetzt die Verantwortlichen der LBB nicht als Lügner bezeichnen möchte, hier ein Zitat aus der Frankfurter Rundschau: “…In dem der FR mit der Post zugegangenen Paket waren jedoch geöffnete Briefumschläge mit Pin-Nummern gefunden worden…”

Hoppla liebe Landesbank Berlin, haben wir da die Öffentlichkeit vielleicht falsch informiert oder hat jetzt die Zeitung etwa unrecht? Bis jetzt kam von euch leider noch kein Statement!

“…nach Informationen der Frankfurter Rundschau ist die Landesbank Berlin (LBB) von einem gigantischen Datenverlust betroffen. Weil es sich bei der LBB um den größten Kreditkarten-Vergeber Deutschlands handelt, sind auch viele Kunden anderer Banken in Mitleidenschaft gezogen. So liegen der FR detaillierte Kreditkartenabrechnungen Zehntausender Kunden verschiedener Geldinstitute quer durch die Republik vor. Lesbar sind Vor- und Nachname der Kunden, Adresse, Kreditkartennummer, Kontonummer und jede einzelne Bezahl-Aktion mit dazugehörigem Betrag. Auch Auslandsbuchungen, Rücküberweisungen und die kompletten Zahlungsabwicklungen zwischen Firmen und Banken sind nachvollziehbar. Die Daten stammen aus diesem Jahr…”
(Quelle: spiegel.de)

Geheimnummern der LBB : Wer kann jetzt auf die Konten zugreifen?

Zum Glück wurde die Presse von bisher unbekannten Personen über den Datenskandal informiert, denn ich möchte nicht beschwören müssen, dass die Verantwortlichen der LBB oder der Firma Atos die Öffentlichkeit über den Datenklau informiert hätten.

Sehr befremdlich finde ich auch, dass auf der Homepage der LBB die Kunden nicht über die eventuellen Risiken dieses Skandals informiert werden…

“…die Bank zeigte sich bestürzt über den Verlust der Daten. „Wir sind zutiefst schockiert, dass es offensichtlich zu einem Datendiebstahl gekommen ist. Die Größenordnung können wir noch nicht abschätzen“, sagte LBB-Sprecher Marcus Recher am Samstag. Die Bank betreibe intensiv eigene Nachforschungen. Die Daten kamen offenbar auf dem Weg von der Servicefirma Atos Worldline zur Bank abhanden. Atos erledigt laut LBB die Archivierung von Zahlungen…”
(Quelle und Originaltext: focus.de
)

“…der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zeigte sich in der „Berliner Zeitung“ entsetzt über den neuen Datenskandal.Dies sei nach derzeitigem Stand ein unglaublicher und einzigartiger Fall, was vor allem die Qualität der Daten betreffe, sagte er. Die Informationen stammen demnach offenbar aus Datensätzen, die eigentlich höchsten Sicherheitsstandards unterliegen müssen. Besonderen Grund zur Sorge gebe, dass auch die Geheimnummern abhanden gekommen seien. „Damit könnten die Kreditkartenkonten bis zum maximalen Kreditrahmen leergeräumt werden“, sagte Weichert.Die Daten stammen offenbar von einer Firma, die für die LBB Abrechnungen erstellt. Weichert griff die Landesbank deshalb scharf an: „Das Weiterreichen selbst sensibelster Aufgaben an Dienstleister ist eine Achillesferse und ein enormer Kontrollverlust.“ Rechtlich sei die Bank aber dennoch für die Konsequenzen verantwortlich. Sie solle die Konten sofort sperren, sobald sie über Informationen verfüge, wer genau betroffen sei, verlangte Weichert…”
(Quelle und Originaltext: handelsblatt.com)

Schon komisch, wie sich diese Vorfälle häufen… aber wie soll denn auch ein wirksamer Datenschutz praktiziert werden, wenn die Landesbank Berlin offenbar freizügig die privaten Kontodaten “zu Abrechnungszwecken” einer externen Firma zur Verfügung stellt?

LBB Kontonummern mit PIN Geheimnummern im Umlauf?

Viele Kunden der Landesbank Berlin fragen sich jetzt wahrscheinlich ru Recht, wie sicher Ihr Geld bei der LBB ist, denn offenbar ist der Datenklau noch gravierender, als heute Vormittag noch angenommen…

“…bisher ist nicht bekannt, ob Kopien der aufgetauchten Daten im Besitz von Kriminellen sind. Sollte das der Fall sein, dann könnten Kreditkartenbesitzer um viel Geld betrogen werden. Vorsorglich gab die Polizei erste Empfehlungen. Wegen der bei einer Zeitung aufgetauchten Zehntausenden Kreditkartendaten sollten Kunden der Landesbank Berlin (LBB) nach Empfehlung der Polizei ihre Konten überprüfen. Zudem sollten sie das Institut kontaktieren und gegebenenfalls ihre Karten sperren lassen, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Samstag. Opfern von Datendieben und falschen Abbuchungen empfiehlt die Polizei eine Anzeige…”
(Quelle und Originaltext: netzeitung.de
)

 Wenn ich jetzt Kunde bei der LBB bzw. der Sparkasse wäre, könnte ich mit Sicherheit nicht besonders gut schlafen, denn am Wochenende haben die Banken ja auch noch geschlossen und jetzt einfach das Konto sperren lassen ist ja wohl auch nicht so einfach

 “…die Daten sind laut der Zeitung auf mehrere Hundert Mikrofiches der Firma Atos-Worldline, die für die Landesbank die Abrechnungen erstellt und eine Filiale in Frankfurt hat, aufgezeichnet. Lesbar seien Vor- und Nachname der Kunden, Adresse, Kreditkartennummer, Kontonummer und jede einzelne Bezahl-Aktion mit dem dazugehörigen Betrag, hieß es weiter. Die Daten stammten aus dem Jahr 2008. “Wir arbeiten mit diesem Unternehmen zusammen”, hatte ein LBB-Sprecher der “FR” bezüglich Atos-Worldline bestätigt. “Uns liegen auch Geheimnummern für Kreditkarten vor. Diese befanden sich nicht auf Mikrofiches, sondern sind uns separat in dem Päckchen zugespielt worden”, sagte ein “FR”-Mitarbeiter am Samstag. Das seien stapelweise Briefe gewesen, wie sie jeder Kunde bekomme, der eine neue Kreditkarten-PIN per Post erhalte…”
(Quelle und Originaltext: zeit.de)

Jetzt sind wir natürlich auf eine Stellungnahme der LBB gespannt, denn hier kann sich die Bank wohl nicht mit einer angeblichen “Unachtsamkeit der Kunden” herausreden, wenn es wirklich zu illegalen Abbuchungen auf den Bankkonten der Landersbank Berlin kommen sollte!

Hier alle Artikel zum Datendiebstahl bei der LBB:


Siehe hierzu auch folgende

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  2. Dez 14, 2008: LBB nimmt Stellung zur Kreditkartendebakel
  3. Dez 15, 2008: LBB Datenskandal: Erste illegale Abbuchungen bei den Kunden? | www.tutsi.de


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