Jugendschutz und Zensur: Erlaubt ist nur, was der Bundesprüfstelle gefällt


Quake jetzt wieder erlaubt: Irgendwie ist es komisch, dass hierzulande ein kleiner Kreis von Menschen entscheiden darf, was angeblich jugendgefährdend ist und welche Medien für Kinder und Jugendliche geeignet sind, denn nach der sinnfreien Indizierung der Kultspiels Quake und Doom sind unsere Zensurmeister nun der Meinung, dass diese Spiele nach 10 Jahren plötzlich nicht mehr als jugendgefährdend einzustufen sind.

Weder an Quake oder Doom bzw. Doom 2 wurden seit der Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien irgendwelche Änderungen vorgenommen… sind die Verantwortlichen der BPjM also plötzlich zur Vernunft gekommen oder hat sich gar das Sittenbild in der Gesellschaft geändert?

Quake nicht mehr auf dem Index der BPjM: Zensur statt Jugendschutz

Spannend wird es natürlich, wenn Verbote aufgrund einer manipulierten öffentlichen Meinung oder Hetzjagd der Medien entstehen, denn natürlich sind die verbrecherischen “Killerspiele” die Wurzel allen Übels und wer heute einen Ego Shooter zockt, plant morgen schon einen Amoklauf…

Zensur und Verbote in der Bundesrepublik

  • 2716 Filme sind in Deutschland indiziert
  • 596 Spiele dürfen nicht frei verkauft werden
  • 986 Tonträger unterliegen der Zensur

Dritten Personen ist gemäß § 15 Abs. 4 JuSchG natürlich die Veröffentlichung der Liste zum Zweck der geschäftlichen Werbung unter Strafandrohung verboten,wobei hier sehr freizügig ausgelegt werden kann, was Werbung oder Berichterstattung darstellt und somit könnte auch ein Testbericht zu einem indizierten oder gar beschlagnahmten Spiel wie Wolfenstein oder Left 4 Dead 2 mit einfachen Mitteln unterbunden werden…

BPjM und Medienzensur: Jugendschutz oder staatliche Willkür?

Trotz der unverständlichen Geheimniskrämerei der Bundesprüfstelle sind im Internet dennoch einige Seiten zu finden, welche den sogenannten Index der BPjM veröffentlichen und diese Liste der jugendgefährdenden Medien publizieren, was allerdings von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien auch nicht so gerne gesehen wird, weswegen sich diese Seiten auch auf ausländischen Servern befinden.

Bundesprüfstelle Index – staatliche Zensur oder Jugendschutz:

Warum mündige Staatsbürger in Deutschland also gezwungen werden, sich ungeschnittene Medien im Ausland zu bestellen, wissen wohl nur die Sittenwächter der BJpM selbst, denn eine staatliche Zensur wird immer Widerstand hervorrufen und somit boomt entsprechend auch der Markt für uncut DVDs und ungeschnittene Computerspiele!

Bundesprüftelle für jugendgefährdende Medien und Zensur in Deuschland

Auch wenn im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland eindeutig zu lesen ist, dass keine staatliche Zensur ausgeübt wird, ist die Tätigkeit von Behörden wie der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien durchaus mit einer staatlichen Zensurbehörde zu vergleichen, da eine Indizierung  von Filmen, Musik oder Büchern quasi einem Verkaufsverbot entspricht, da mit einer Indizierung automatisch ein Werbeverbot besteht.

Hier noch ein nettes Video zur BJpM aus dem Jahre 2000

Richtig gruselig finde ich allerdings, wie der verantwortlichen Herrschaften der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien arbeiten und wie über eine mögliche Indizierung oder Beschlagnahme entscheidet, denn hier urteilen lediglich 12 oder sogar nur 3 Personen (!) nichtöffentlich und die Protokolle dieser Sitzungen werden ebenfalls nicht veröffentlicht.

Leider veröffentlicht die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien ihre Zensur- und Verbotslisten auch nicht einmal im Internet, aber wer sich hier für eine Übersicht – der sogenannten “Giftliste” – interessiert, kann einfach mal in Läden wie dem Media Markt nachfragen, denn hier muss natürlich entsprechend der aktuellen Verbote und Indizierungen durch die Sittenwächter der BJpM der komplette Warenbestand gesäubert werden, dennn in Deutschland ist nur das erlaubt, was der Bundesprüfstelle gefällt…

Der Artikel: "Jugendschutz und Zensur: Erlaubt ist nur, was der Bundesprüfstelle gefällt" wurde am 1. Dezember 2011 um 14:54 Uhr durch die Redaktion von Tutsi.de verfasst und in der Kategorie Allgemein veröffentlicht.

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Jugendschutz und Zensur: Erlaubt ist nur, was der Bundesprüfstelle gefällt

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