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Google+ sperrt Tutsi.de: Die Diktatur des Realnamens bei Google Plus




Google+ sperrt weiter Accounts: Seit Freitag Nacht ist leider der Account von tutsi.de bei Google Plus nicht mehr erreichbar, da ich angeblich gegen die Community Richtlinien verstoßen haben soll, da ich den Blog eben unter dem Blognamen (wie überall anders auch) und nicht meinem Realnamen angemeldet hatte.

Nach der Sperrung war es mir ebenfalls nicht mehr möglich auf andere Dienste von Google zuzugreifen und selbstverständlich waren mit der Sperrung des Google+ Accounts auch alle Telefonnummern und Adressen, sowie der Kalender und das E-Mailkonto nicht mehr erreichbar, denn schließlich werden diese Dienste ebenfalls über das Google+ Konto abgerufen und mit dem Telefon synchronisiert – Schöne neue Welt und herzlich Willkommen in der digitalen Diktatur…

Google+ Account freischalten ohne den Realnamen verwenden zu müssen?

In den Community Richtlinien von GooglePlus wird in erster Linie von Spam und Identitätsdiebstahl gesprochen, wobei die Sperrung von GooglePlus Accounts in diesem Falle naürlich berechtigt gewesen wäre, aber da die Leser von www.tutsi.de wohl eher nach dem Blog, als nach meinem Vor- und Nachnamen suchen werden, schießt die jetzt ausgesprochene Sperrung von Tutsi.de bei GooglePlus vollkommen über das Ziel hinaus.

Nach Eingabe des Passwords wurde mir lediglich zur Sperrung bei Google+ folgender Text mitgeteilt: „…Ihr Profil wird überprüft. Ihr Profil verstößt anscheinend gegen unsere Community-Richtlinien und wird daher derzeit überprüft. Bis die Überprüfung abgeschlossen ist, stehen Ihnen Google-Dienste, die ein aktives Profil voraussetzen, nur eingeschränkt zur Verfügung und andere können Ihr Profil nicht abrufen. Sie können das Ergebnis der Überprüfung bald hier einsehen…“

Ob sich Google+ mit derartigen Aktionen auch selbst schadet, bleibt vorerst abzuwarten, aber mittlerweile häufen sich in den Blogs und Foren massive Beschwerden über dieses Vorgehen und nicht wenige User haben GooglePlus bereits wieder verlassen und sind, entsprechend frustriert, zurück zu Facebook gegangen.

Wörtlich ist bei Google+ unter dem Punkt „Anzeigename“ zu lesen: „…verwenden Sie den Namen, mit dem Sie normalerweise Freunde, Familie und Kollegen angesprochen werden. Dies dient der Bekämpfung von Spam und beugt gefälschten Profilen vor. Wenn Ihr vollständiger Name zum Beispiel Michael Sebastian Müller ist, Sie normalerweise aber Michi Müller oder Bastian Müller verwenden, ist dies auch in Ordnung…“

GooglePlus Account nach Sperrung zumindest wieder teilweise funktionsfähig

Nach meinem ersten Wutanfall und verständnislosen Kopfschütteln über diese antiquierten Nutzungsbedingungen musste in erster Instanz Schadensbegrenzung betrieben werden und nach Eingabe der Handynummer schickte mir Google einen Freischaltcode via SMS, so dass aktuell zumindest die bisher gesperrten Basisdienste wieder zugänglich sind und ich alle Kontakte und Kalendereinträge zu Outlook übertragen konnte, um nicht vielleicht schon in den nächsten Tagen wieder vor dem gleichen Problem stehen zu dürfen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir bis zur Klärung unserer Sperrung auch vorerst keine weiteren Google+ Einladungen mehr verschicken, aber das macht bei einem gesperrten Profil auch leider nicht viel Sinn…

Wer ebenfalls von einer Sperrung bei Google+ betroffen ist, wird hiermit gebeten, seine Meinungen, Erfahrungen und entsprechenden Reaktionen in die Kommentare zu schreiben, denn mir alleine sind schon über 30 Blogs und Webseiten bekannt, deren Account bei GooglePlus ebenfalls suspendiert bzw. vollständig gelöscht wurde, da die Betreiber es offenbar gewagt hatten, sich mit dem Namen der Webseite und nicht mit bürgerlichem Vor- und Nachnamen bei Googles sozialem Netzwerk anzumelden.

 

Bei Plomplom ist zur Sperrung der Google+ Konten ein wirklich lesenswerter Artikel mit sehr vielen Kommentaren zu diesem Thema zu finden und auch die Ennomane hat sich mit der Sperrung von GooglePlus Accounts beschäftigt und nach Angaben des Blogs Gpluseins.de könnte zur Freischaltung bereits gesperrter Google+ Konten auch bei der Kontaktaufnahme die Angabe eines Impressums der entsprechenden Webseite ausreichen – wir werden ja sehen, was passiert und bis dahin sind unsere Updates natürlich weiterhin über Facebook und Twitter zu finden!

Als letzten Versuch einer Reaktivierung unseres Google+ Kontos habe ich jetzt das Kontaktformular von GooglePlus bemüht, auch wenn man hier eine Ausweiskopie mitschicken muss, um Google die eigene Existenz zu beweisen. Sollte dies nicht geschehen, würde tatsächlich Google mit zweierlei Maß messen, denn in den letzten Tagen wurden diverse Google+ Accounts anderer Webseiten bereits wieder freigeschaltet, so dass z.B. auch Engadget oder t3n wieder bei GooglePlus zu finden sind.

Der Artikel: "Google+ sperrt Tutsi.de: Die Diktatur des Realnamens bei Google Plus" wurde am 17. Juli 2011 um 12:14 Uhr verfasst und in der Kategorie Allgemein veröffentlicht. Es ist in jedem Fall zu beachten, dass eine Publikation nur den Stand der Dinge zum jeweiligen Zeitpunkt der Veröffentlichung wiedergeben kann.

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14 Responses

  1. Germian sagt:

    Es ist so, dass für Blogs und Firmen, etc. demnächst eine eigene Art von Account auf Google Plus kommt mit anderen Möglichkeiten als für normale User, die nennen das ganze Business-Account. Details dazu gibts noch nicht wirklich, nur dass man sich auf einer speziellen Seite als Beta-Tester dafür bewerben konnte bzw. sich als Interessent eintragen konnte.

    Wahrscheinlich wurdest du gesperrt, weil du das Wort „Blog“ im Namen hast. Hättest du jetzt „Tutsi Technika“ genommen, wärst du wahrscheinlich(er) nicht gesperrt worden, weil derzeit Google Plus eher von Privatpersonen genutzt werden soll. Dass Engadget wieder geöffnet wurde, wird wohl u.a. an der Größe der Seite liegen, da wird eventuell wohl wirklich mit zweierlei Maß gemessen.

    Was du probieren könntest ist, dass du dir einen „normales Pseudonym“ setzt und es halt sozusagen deine eigene Seite wird und nicht zu einer reinen „Dieses Profil repräsentiert meinen Blog“-Seite.

    Was jetzt Pseudonyme angeht, da scheinen sie noch Problem zu haben, wie sie das jetzt handhaben, aber hier gabs ein Statement von irgendnem Typen, der sich mit Policys auszukennen scheint, keine Ahnung, ob der für Google arbeitet oder nicht, hier sein Statement dazu: https://plus.google.com/114753028665775786510/posts/d5tyv8j7ZKi

  2. Fahrertuer sagt:

    Zum einen kann ich den Zwang zum Realnamen nachvollziehen (auch wenn die Durchsetzung nicht möglich ist, es sei denn jeder muss sich mit seinem Perso o.ä. anmelden) da er durchaus zu einer persönlicheren Atmosphäre führen kann (aber leider auch zu (caber)stalking einladen kann, falls es jemand mit einem ytwas außergewöhnlicheren Namen ist)
    Aber andererseits… Es gibt Leute, die seit 10 Jahren oder sogar noch länger den selben Nick, die selbe Netzidentität nutzen und bei ihren Netzbekanntschaften unter diesem besser bekannt sind als mit ihrem realen Namen, ja teilweise unter ihrem Realnamen im Netz völlig unbekannt sind.
    Aber auch hier gilt wieder: es kann zu cyberstalking/mobbing führen wenn Leute sich in der Annonymität verstecken können. Aber dies sind auch nicht die Leute, die ihre Netzidentität pflegen und die ihnen so viel Wert ist, wie ihr realer Name.
    Hier muss ich tatsächlich mal Facebook loben (ja, ich fühl mich dreckig und werd gleich duschen gehen) wo man neben seinem Namen ja auch noch einen Spitznamen/Nickname eingeben kann und man dann unter beiden gefunden werden kann.

    Aber im Endeffekt ist die ganze Diskussion hinfällig. Google hat das Hausrecht, sie bestimmen wer mitmachen darf und wer nicht. Mag schmerzhaft sein, aber leider ist es so.

  3. Dominik sagt:

    Meine Güte, es ist deren Webseite, also können sie auch die Regeln vorgeben… Wer die Regeln nicht mag, der kann auch wo anders hingehen…

  4. SvenB sagt:

    Das ist genau die Art Politik, die ich hasse. Deswegen werde ich auch meinen Account, den ich freundlicherweise durch eine Einladung vom Tutsi Blog erhalten habe, zum Ende der kommenden Woche löschen.

  5. Es wird ganz gern an Google+ herumgemosert – daß aber der Sinn einer Testphase der ist, zu testen – und daß man bei Google auch auf verschiedenen Wegen Feedback hinterlassen kann (und Google ja anscheinend auch fleißig dabei ist, Anregungen von Usern abzuarbeiten), das fällt den wenigsten dazu ein.

    Ich finde es auch besser, wenn man sich unter Fantasienamen anmelden darf – ich bin mir aber fast sicher, daß Google das spätestens mit der Einführung sog. Business Websites auch erlauben wird.

    Hier, auf Tutsi.de, in einem Fenster links, lese ich gerade „Besserwisser und notorische Nörgler haben auf diesen Seiten kein Recht zu kommentieren“ – naja, so ähnlich denkt sich das Google wohl auch: Meine Hütte, meine Regeln. Wer sowas für sich selbst beansprucht, sollte das auch anderen zugestehen. Tusi.de sieht aus wie einer Unternehmenswebsite – mehr Werbung als Inhalt – und damit ist der Fall fast klar.

    Wer konstruktiv sein will, findet beispielsweise unter „Google Moderator“ eine Rubrik „Google + Feature Request“ – da kann man dann Forderungen stellen oder unterstützen. Bisher sehe ich da so gut wie keine Bemühungen, die Sache mit Pseudonymen zu regeln.

  6. Hallo,

    auch ich wurde in Google Plus mit meinem Account „Nixe Muschelschloss“ gesperrt.

    Screenshot’s: http://dl.dropbox.com/u/30389032/screenshots/screen110715-221106.jpg

    http://dl.dropbox.com/u/30389032/screenshots/screen110715-222616.jpg

    und http://twitpic.com/5qw722

    Habe auch in Twitter bei Kay Oberbeck und Frischkopp (Stefan Keuchel) angefragt wieso ich gesperrt wurde und natürlich keine Antwort erhalten.

    https://twitter.com/Muschelschloss/status/92001031310942208

    https://twitter.com/Muschelschloss/status/92000561183993856

    Habe dann meinen Account bei Google vollständig selbst gelöscht. Link dazu: https://www.google.com/accounts/DeleteAccount

    Die können mich mal: „Google+ the Datamonster suspended Account with Pseudonym“ – ein nettes Bild http://twitpic.com/5qz7t3

    Eine Frage habe ich aber doch die mir auf der Seele brennt: Darf Google Plus überhaupt Pseudonyme sperren?

    Google bezieht sich auf Deutsches Recht. Darin heisst es: „Für die Auslegung dieser Nutzungsbedingungen gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland“

    Screenshot: http://twitpic.com/5qzxa7

    Im Telemediengesetz § 13 Pflichten des Diensteanbieters, Punkt 6 steht: „Der Diensteanbieter hat die Nutzung von Telemedien und ihre Bezahlung anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen ….“

    Screenshot: http://twitpic.com/5qwrce und Link zum Telemediengesetz: http://www.gesetze-im-internet.de/tmg/__13.html

    Witzigerweise schreibt Google noch im Februar 2011 wegen „Pseudonymous“ : „Internet bietet grossen Vorteil, da man sich dort durch falsche Namen frei äußern könne“

    http://googlepublicpolicy.blogspot.com/2011/02/freedom-to-be-who-you-want-to-be.html

    Recht interessant ist auch dieser Artikel: Wenn Drittseiten G+ Profil-Daten verarbeiten – „Knapp 1 Million Datensätze bei FindPeopleonPlus!“ http://ikim.at/2011/07/16/wenn-drittseiten-g-profil-daten-veroffentlichen/

    Beste Grüße vom Muschelschloss, schönen Sonntag noch!

    Nixe
    https://twitter.com/Muschelschloss

  7. Torsten Hesse sagt:

    Fals ihr wieder googleplus Einladungen verschicken könnt, hätte ich gern eine. Danke

  8. Torsten Hesse sagt:

    Fals ihr wieder googleplus Einladungen verschicken könnt, hätte ich gern eine. Danke

    Die googletaktik finde ich allerdings auch etwas fragwürdig…

  9. sd sagt:

    Also so sehr ich mich für Einzelpersonen eingesetzt habe, dass diese NICHT ihren Klarnamen angeben müssen, so wenig verstehe ich das hier. Hier ist von „uns“ die Rede. Also handelt es sich hier um mehrere Personen. Dafür hat google tatsächlich mehrfach angekündigt Seiten wie pages nachzureichen, wenn die Testphase abgeschlossen ist. So ärgerlich das ist, vor allem wenn man ein android hat, so sehr hätte man doch einfach warten können, dort seine Seite zu bewerben.

  10. John Doe sagt:

    Auch mein Profil wurde von Google gesperrt weil ich nicht meinen Realnamen angegeben habe. Persönlich finde ich dass mehr als fragwürdig. Auf meinem Blog habe ich heute dazu einen offenen Brief geschrieben und dies Google über das Feedback Formular mitgeteilt. Darin bat ich auch um eine kurze Stellungnahme. Bin ja gespannt, ob sich jemand von Google meldet.
    Es kann ja nicht sein das Google hier mit zweierlei Maß misst und mir auch noch vorschreiben will, wie ich meinen Benutzernamen zu nennen habe. Das ist ja total gegen deren eigene Philosophie. Und nein ich habe nicht das Wort „Blog“ in meinem Namen angegeben.

  1. 17. Juli 2011

    […] Pseudonym raus Das war am Freitag, doch nach wie vor machen Meldungen bezüglich der vermeintlichen Dikatatur, hinsichtlich der Wahl des Nutzernamens im Netz die […]

  2. 18. Juli 2011

    […] nur über Twitter und Facebook geteilt, da wir ja leider aufgrund von Profilneurosen immer noch bei Google+ gesperrt sind, uns aber dennoch über eine Verbreitung in den freieren Netzwerken freuen […]

  3. 19. Juli 2011

    […] Darüber wurde bereits viel in Blogs und den Online-Ablegern diverser Zeitungen geschrieben. Die Essenz: Wer sich bei Google+ mit einem Pseudonym anmeldet und verpetzt wird, der fliegt raus und kann dann auch andere Dienste Googles nicht mehr nutzen. […]

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