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Endlich härtere Gangart gegen die Telekom!


Ende November 2007 wurde der Vorwurf bekannt, daß die Telekom Ihre Wettbewerber behindere, da der Ex-Monopolist die Umstellung von Telefonanschlüssen bewusst verzögere.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hat eine härtere Gangart gegen die Deutsche Telekom angekündigt. “Wir denken darüber nach, bei nicht gerechtfertigten Verzögerungen beim Wechsel des Anbieters Vertragsstrafen gegen die Telekom zu verhängen”, sagte der Chef der Regulierungsbehörde der in Düsseldorf erscheinenden “Rheinischen Post” (Donnerstagausgabe).

Zugleich will die Bundesnetzagentur überprüfen, ob das bisherige Standardangebot, das die Telekom ihren Wettbewerbern beim Anschlusswechsel machen muss, noch ausreichend ist. Der Bonner Marktführer muss nach dem Telekommunikationsgesetz den Wettbewerbern für die letze Meile zum Kunden eine Teilnehmeranschlussleitung zur Verfügung stellen. Der Preis für die Überlassung des Anschlusses wird von der Regulierungsbehörde festgesetzt.

Derzeit wechseln 300.000 Festnetz-Kunden monatlich ihren Anbieter. Inzwischen bedienen die Telekom-Konkurrenten nach Angaben der Bundesnetzagentur über sieben der 38 Millionen Telefonanschlüsse. Das entspricht einem Marktanteil von fast 19 Prozent.


(Quellen: Presseportal der Rheinischen Post und Golem.de)

wurde ja auch langsam Zeit, dass etwas gegen die quasi Monopolstellung bei der Portierung der TALs unternommen wird, denn oft genug sind die Kunden nach 4-6 Wochen derartig sauer, dass sie lieber bei der Telekom bleiben, als zu ihrem neuen (und meistens günstigeren) Anbieter zu wechseln. Das hierbei die Schuld nicht bei dem neuen Anbieter zu suchen ist, ist dem Endkunden ja leider selten genung bekannt…

Böse Zungen behaupten ja schon seit Jahren, dass dies die Politik der Telekom sei, um den Kunden den Wechsel zu erschweren und auf der anderen Seite wiederum die unliebsamen Mitbewerber klein zu halten. Wenn es allerdings richtig gerecht zugehen sollte, müsste die Telekom bei einer nachgewiesenen Verzögerung die Vertragsstrafen nicht an die Bundesnetzagentur, sondern an den jeweilen Anbieter bezahlen, da ja nicht der Bundesnetzagentur der Kunde verloren gegangen ist!

10.000€ pro nachgewiesenem Fall – also Kunde unterschreibt Portierungsformular, Portierung wird bei der Telekom beantragt, Bearbeitung bei der Telekom dauert länger als 4 Wochen – sollten vielleicht ausreichen, um die “Bearbeitungszeit” beim Anschlusswechsel zu beschleunigen…


Nachtrag vom 13. Dezember 2007 um 12:10 Uhr:
Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, will Telefónica am 14. Dezember 2007 bei der Bundesnetzagentur eine Beschwerde gegen das Gebaren der Deutschen Telekom einreichen. Johannes Pruchnow, Chef von Telefónica Deutschland, sagte: Wir werden am Freitag bei der Bundesnetzagentur einen Antrag auf Eröffnung eines Missbrauchsverfahrens gegen die Deutsche Telekom einreichen.” Die Telefónica sehe sich von der Deutschen Telekom behindert, weil der Ex-Monopolist die Freischaltung der letzten Meile verzögere. Auf das Telefónica-Netz greifen unter anderem O2, Freenet, 1&1 sowie HanseNet/Alice zurück. Arcor hatte bereits eine entsprechende Beschwerde eingereicht.

Nachtrag vom 13. Dezember 2007 um 15:45 Uhr:
Unter Berufung auf eine Umfrage unter den größten deutschen Telekommunikationsanbietern berichtet der VATM, dass 100.000 DSL-Nutzer derzeit auf ihren Anschluss warten würden. Der VATM fordert die Bundesnetzagentur zum Einschreiten auf. Die Regulierungsbehörde soll die Telekom unverzüglich zu einer schnellen Bereitstellung der Teilnehmeranschlussleitungen verpflichten. “Die Tatsache, dass die Telekom bei ihren eigenen Kunden die Umschaltung innerhalb weniger Tage vornimmt, belegt dabei, dass es sich nicht um prozessbedingte Verzögerungen handelt, sondern um Diskriminierung auf breiter Front”, meint VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

Grützner befürchtet dabei gleich einen doppelten Schaden für die Wettbewerber der Telekom, “wenn die Telekom während der Wartezeit auch noch versucht, den Kunden zurückzugewinnen und ihm ihre Call & Surf-Produkte mit zweijähriger Vertragslaufzeit unterzujubeln”. Der anhaltende DSL-Boom selbst ist nach Ansicht des VATM nicht der Grund für die langen Wartezeiten: “Unsere Mitgliedsunternehmen sind seit vielen Monaten, in manchen Fällen sogar seit Jahren mit der Telekom im Gespräch, um höhere Bereitstellungsmengen bei der Teilnehmeranschlussleitung zu erhalten”.

(Quelle: Golem.de)

3 Antworten

  1. Ernest Lukschik sagt:

    als selbständiger Handwerker, der viel mit Renovierungen und in diesem Rahmen auch viel mit Bürokommunikation zu tun hat, kann dieses Problem
    nicht nachvollziehen. Ganz im Gegenteil kann ich nur empfehlen, bei der Dt. Telekom zu bleiben bzw. dorthin zurückzukehren. Einziges Manko ist der ziemlich aufgeblasene Verwaltungsapparat mit gelegentlichen Kommunikationsproblemen. Dafür kann es bei anderen Anbietern passieren, wg Insolvents wochenlang “ohne” dazusitzen und bereits bezahltes Geld ist weg, Vergleichsangebote z.B. Ortsbereich sind tatsächlich unschlagbar aber ein Gespräch ins Mobilnetz oder Ausland kostet dafür das X-fache und call-by-call ist dort nicht mehr möglich, oder es geht Phasenweise kein Gespräch rein oder raus oder nur besetzt oder wird häufig unterbrochen und man erreicht keinen Service oder nur über 1,99 Euro pro Minute oder bekommt unbrauchbare Auskünfte (liegt nicht an uns… etc)(1&1 hat letztens wohl irgendwo den ersten Platz als schlechtester Serviceleister gemacht und ich kann das mit meinen Erfahrungen nur bestätigen)
    Jedenfalls werde ich immer wieder gebeten, bei einer Rückkehr zu Telekom aus einem oder mehreren der o.g. Gründe mit Rat und/oder Tat zur Seite zu stehen…
    Ernest Lukschik

  2. Caren Gerlach sagt:

    Die Telekom versucht alles, um den Wechsel zu Hansenet zu verzögern. Anfang Dezember 2007 haben wir Hansenet DSL beantragt. Im Januar hieß es dann, die T.com kann unsere Telefonnummern nicht freischalten, weil sie falsch seien. Daraufhin hat Hansenet noch einmal die Portierung beantragt. Jetzt, Mitte Februar, heißt es wieder, dass die Nummern falsch seien. Wir haben jede einzelne Zahl abgeglichen – und alles stimmt. Jedesmal verzögert sich dadurch der mögliche Wechsel um 4-5 Wochen und wir müssen in der Zeit weiterhin den Telekomanschluss bezahlen. Welch miese Geschäftsgebaren!

  1. 13. Dezember 2007

    Strafen für Telekom wegen absichtlicher Verzögerungstaktik?…

    Es ist noch keinen Monat her, da ging der erste Aufschrei durch das Internet. Der Telekom wurde vorgeworfen, Kunden am Wechseln des Anbieters zu hindern. Wer vom rosa Riesen weg will und lieber zu Alice oder zu Arcor wechseln will, der muss leider …

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