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Datenhandel bei der Post: umstrittener Adresshandel der Deutschen Post AG


Die Post verkauft unsere Adressdaten: Wer in Deutschland umzieht, stellt auch nicht selten einen sogenannten Nachsendeantrag bei der Post, um seine Briefe auch an die neue Anschrift geliefert zu bekommen… Ist ja schließlich auch die Aufgabe der Post und dafür werden die Damen und Herren bezahlt!

Dass aber die Deutsche Post AG die gesammelten Daten und Informationen ihrer Kunden auch noch gewinnbringend an alle möglichen Firmen verkauft – es sein denn, mann widerspricht ausdrücklich – dürfte die meisten Menschen dann aber doch überraschen.

Offenbar ist der dieser Adresshandel der Post aber legal und so bietet die Deutsche Post AG gleich folgende Serviceleistungen, welche jeder zahlungswillige Kunde, egal ob Lotterieveranstalter, Call Center oder sonst irgendjemand jederzeit in Anspruch nehmen kann:


  • Unsere Vermietdatenbank: Ihr Zugriff auf mehr als 34 Mio. Privatadressen für die Neukundengewinnung
  • Anschriften prüfen, korrigieren, aktualisieren: Wir bringen Ihre Kundendaten auf den neuesten Stand

Und ganz offen wird von der Post auch mit folgenden Texten für den Datenhandel des Unternehmens auf ihrer Webseite geworben, wo sich jeder mit beliebig vielen Daten der Bundesbürger versorgen kann:

“…unsere rund 37 Millionen Adressen decken nahezu den gesamten Markt an Privathaushalten ab…”
oder noch direkter auf der gleichen Seite der Post formuliert:
“…zusätzlich zu den Consumer-Adressen enthält die Vermietdatenbank über eine Milliarde qualifizierte Merkmale aus dem mikrogeografischen System
microdialog Daten zu Soziodemografie, Konsumverhalten, Wohnstruktur und Region. Damit ist eine zielgruppenspezifische Selektion von Anschriften möglich…”
(Quelle und Originaltext: deutschepost.de)


 Das sogenannte Listenprivileg, welches die Deutsche Post AG für sich beansprucht umfasst folgende Daten, welche dann natürlich auch von der Post an verschiedene Unternehmen verkauft werden:

  • Name
  • Titel
  • akademischer Grad
  • Anschrift
  • Geburtsjahr
  • Berufsbezeichnung
  • Zugehörigkeit zu einer Personengruppe
  • etc.

Das diese sensiblen Daten natürlich auch von dubiosen Firmen und Call Centern direkt – und legal – bei der Post gekauft werden können, scheint hierzulande noch niemanden zu stören, denn der Adresshandel scheint für die Post eine recht lukrative Angelegenheit zu sein.

“…millionenfach wechseln die Daten von der Post zu Adresskäufern und werden mit einer Vielzahl von Zusatzinformationen verknüpft, so dass detaillierte Haushalts-Profile abfragbar sind. Die Daten aller jungen Single-Frauen mit hohem Einkommen, Altbauwohnung und liberaler Einstellung sowie Weiterbildungs-Interesse gefällig? Kein Problem…”
(Quelle und Originaltext: fr-online.de)

“…so bietet man ja zum Handel ansich auch noch die passenden Seminare an, in denen gelehrt wird, wie man das Maximum aus solchen Daten rausholt. Eines der Seminare hatte laut FR den fast schon zynischen Titel “Der gläserne Kunde”. Auch verwundert so ein Verhalten nicht, wenn man die werbende Aussage der Post betrachtet, die da lautet “Wer umzieht, gibt jede Menge Geld aus”, gefolgt von einem “Erstkontakt zum Kunden, bevor ihn andere Anbieter erreichen…”
(Quelle und Originaltext: gulli.com)

Bleibt also abzuwarten, was die hochbezahlten Datenschützer der Bundesregierung zum schwunghaften Datenhandel bzw. Adresshandel der Deutschen Post AG zu sagen haben… Und wer in der nächsten Zeit umzieht, sollte der Post natürlich explizit untersagen, seine persönlichen Daten einfach zu verkaufen!

2 Antworten

  1. HAHA – Postgeheimnis… Diese datensammelwut macht mir langsam angst! Es macht den Anschein, das die regierung solche dinge legimitiert, um von der eigenen personenbezogenen sammelwut abzulenken. Welche daten von bundesbürgern hat der staat in einer digitalen akte oder datenbank, das will ich garnicht erst wissen.

    Wie bekommt man asyl im kongo oder nigeria? Ich fühle mich verfolgt!

  2. chris sagt:

    Datenhandel ist ja gesetzlich ein Straftat und komischerweise ist es auch mit der GEZ ähnlich wie bei der Post.

    Ich bin im letzten Jahr mehrmals umgezogen, d.h. ich habe mich jedesmal bei den Einwohnermeldeämtern angemeldet und den ersten Brief den ich erhalte, war von der GEZ.

    Ich finde diese Art von Datenweitergabe ein … und finde dass das Gesetz da niemanden, wie Post usw. diese Freiheiten gestatten darf.

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