CSU im Vollrausch? Innenminister vergleicht Computerspiele mit Kinderpornos
CSU Innenminister Joachim Herrmann und die Logik: Was derzeit in den Köpfen einiger Politiker so vorgeht, könnte eventuell mit Realitätsverlust oder schlicht und ergreifend mit Altersstarrsinn erklärt werden, aber der bayrische Innenminister musste der unsäglichen Diskussion über die angeblichen Killerspiele nun auch noch die Krone aufsetzen, indem er Computerspiele mit Kinderpornos auf eine Stufe stellte.
Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises 2009 in München hatte Ministerpräsident Horst Seehofer offenbar Wichtigeres zu tun, als mit seiner Anwesenheit zu glänzen, aber Siegfried Schneider – seines Zeichens immerhin bayrischer Staatsminister – beschuldigte (in)direkt gleich die Spieleindustrie einer Mitverantwortung für den Amoklauf in Winnenden.
Das der Anteil der kritisierten “Killerspiele” nur einen Bruchteil des weltweiten Marktes für Computerspiele ausmacht, wird seitens der Politik natürlich immer gerne verschweigen, denn wahrscheinlich sind die Damen und Herren in den Parlamenten auch irgendwie froh, wieder einen medial wirksamen Sündenbock für das eigene Versagen gefunden zu haben!
CSU Innenminister bezeichnet Computerspiele als “Tötungstrainingssoftware”
Wie weltfremd die derzeitigen Pläne zur weiteren Einschränkung und Zensur bei Computerspielen gehen, kann man in der Pressemitteilung von Joachim Herrmann lesen, denn hier stehen solch qualifizierten Aussagen wie:

“…Ich fordere die Computerspielbranche auf, den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen und auf Herstellung und Vertrieb von Killerspielen in Deutschland freiwillig zu verzichten. Killerspiele gehören bislang zu den intensiv beworbenen Hauptumsatzträgern der Branche. Mit derartiger Tötungstrainingssoftware, die zum Beispiel von der US-Army zur Vorbereitung von Soldaten auf Kampfeinsätze verwendet wird, dürfen in Deutschland keine Geschäfte mehr gemacht werden…”
Und weiter in selbiger Presseerklärung:
“Damit sind derartige Spiele eine der Ursachen für die erschreckende Jugendgewalt und auch für Amokläufe, in den Szenen aus Killerspielen in die Realität übertragen werden.”
Aber Herr Joachim Herrmann geht auch noch einen Schritt weiter und erklärt:
“Killerspiele widersprechen dem Wertekonsens unserer auf einem friedlichen Miteinander beruhenden Gesellschaft und gehören geächtet. In ihren schädlichen Auswirkungen stehen sie auf einer Stufe mit Drogen und Kinderpornografie, deren Verbot zurecht niemand infrage stellt”
(Quelle und Originaltext aller Zitate: Bayrisches Staatsministerium des Inneren)
Bleibt nur zu hoffen, dass der Rest der Volksvertreter einen etwas ungetrübteren Blick auf die wirklichen Probleme in unserer Gesellschaft hat, denn an diesen sind mit Sicherheit nicht immer die “bösen Computerspiele” schuld! Bald sind ja auch wieder Wahlen und hoffentlich merkt sich der Bürger die komptenten Äusserungen des einen oder anderen Politikers bis in Wahlkabine…
Siehe hierzu auch folgende Schlagwörter: Altersstarrsinn, Bayern, Computerspielbranche, Computerspiele, CSU, Einschränkung, Horst Seehofer, Innenminister, Joachim Herrmann, Jugendgewalt, Killerspiele, Kinderpornos, Politik, Politiker, Realitätsverlust, Sündenbock, Tötungstrainingssoftware, Wahl, Winnenden, ZensurDer Artikel befindet sich in folgenden Kategorien: böse böse... komische Welt Politik Software Spiele Wirtschaft Dieser Artikel wurde am 1. April 2009 – 19:56 Uhr durch die Redaktion von Tutsi.de veröffentlicht und wer zu allen Themen auf Tutsi.de schnell und aktuell informiert werden möchte, sollte natürlich unseren RSS Newsfeed abonnieren und uns bei Twitter und auf Facebook folgen... Eure Meinung und Erfahrungen zu diesem Thema bitte einfach in die Kommentare schreiben und wir würden uns natürlich auch über Eure Empfehlungen via Twitter, Facebook und anderen sozialen Netzwerken freuen, wobei einer Ausgabe unseres Feeds auf kommerziellen Seiten ausdrücklich widerprochen wird... also erst fragen, dann einbinden! Sobald wir weitere Informationen erhalten, wird der Artikel: CSU im Vollrausch? Innenminister vergleicht Computerspiele mit Kinderpornos nach bestem Wissen und Gewissen akualisiert. Die Redaktion von Tutsi.de ist Mitglied im deutschen Verband der Pressejournalisten. Bitte beachtet, dass jede Publikation nur den Stand der Dinge zum jeweiligen Zeitpunkt der Veröffentlichung wiedergibt. Bei Rückfragen sind wir sowohl telefonisch, als auch via E-Mail jederzeit zu erreichen.
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Derzeit 5 Kommentare zum Artikel:
CSU im Vollrausch? Innenminister vergleicht Computerspiele mit Kinderpornos
Es ist echt zum Weinen, wie manche Politiker Vorfälle wie den Amoklauf dazu missbrauchen, ihre eigenen, fehlgeleiteten Agendas durchzusetzen. Da kann man eigentlich nur noch drüber lachen, wenn’s nicht so traurig wäre. Oder sich offen drüber lustig machen!
Habt ihr nicht auch noch ein “was-mir-noch-nie-gepasst-hat”-Thema, dass ihr auf dem Rücken der unschuldigen Opfer austragen wollt? Dafür muss man kein Politiker sein! Jeder kann mitmachen beim großen Killerspiele-Schuldmarathon auf
http://www.meinungsmachung.de
Kommentar von: Meinungsmacher geschrieben am: Donnerstag, 2. April 2009
Auf Gleis 1 fährt in Kürze der ICE “Kipo” ein. Alle Wagen führen nur 1. Klasse und sind ausschließlich VIP-Politikern vorbehalten. Kein ICE bringt Sie schneller ans Ziel. Nach 3 Sekunden befinden Sie sich im Höchstgeschwindigkeitsrausch. Wir wünschen unseren Fahrgästen eine angenehme Beschleunigung.
Kommentar von: Gerd geschrieben am: Donnerstag, 2. April 2009
Brief an die Bayerische Staatsregierung:
Sehr geehrte Damen und Herren,
für Herrn Innenminister Herrmann ist es laut Pressemitteilung “wissenschaftlich klar erwiesen, dass der andauernde Konsum derartiger [Computer-]Spiele, in denen Gewalt und Brutalität anders als bei Filmen aktiv ausgeübt und gesteuert wird, die Gewaltbereitschaft fördert und die Fähigkeit, Mitleid zu empfinden, verkümmern lässt.”
( Quelle: http://www.stmi.bayern.de/pres.....09/127.php )
Da mir keine einzige Quelle bekannt ist, wonach dies „wissenschaftlich klar erwiesen“ ist, hätte ich hierfür gerne eine beispielhafte Quellenangabe von nur einer wissenschaftlichen Veröffentlichung, welche zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt und weshalb beispielsweise die von mir genossene staatliche Zwangsausbildung zum mitleidlosen Töten (Bundeswehr) diese oben beschriebene Wirkung nicht haben soll.
Zudem möchte ich darauf aufmerksam machen, dass im Zuge von „LAN-Partys“ es keinen einzigen Fall gibt, bei dem die Polizei wegen gewaltsamer Ausschreitungen eingreifen musste – übrigens im Gegensatz zu Fußballspielen, in deren Umfeld es in der Bundesrepublik erwiesenermaßen bereits etliche Tote gab – komischerweise fordert kein Politiker, Fußball zu verbieten.
Zudem würde mich interessieren, weshalb von den Millionen Wehrmachtveteranen, welche nun wirklich ohne Zweifel zum „mitleidlosem Töten“ erzogen wurden und dies auch Jahrelang praktizieren mussten, es nach dem Kriege nur einen einzigen Fall eines amoklaufenden Veteranen gab (am 11. Juni 1964 in Köln ). Ist Herr Herrmann der Meinung, dass Computerspiele stärker traumatisieren als der Zweite Weltkrieg?
Ich selber habe noch im Studium diese Spiele gespielt und habe als junger mehrfacher Familienvater und Diplomingenieur heute andere Präferenzen – nach der Mitteilung von Herrn Herrmann und die angeblichen „wissenschaftlichen Nachweise“ mache ich mir jedoch Sorgen über verborgene potentielle Traumatisierungen, welche möglicherweise in mir schlummern.
Daher nochmals die Bitte meinerseits nach wenigstens einer ernsthaften Veröffentlichung mit besagtem „eindeutigen Nachweis“
Mit freundlichen Grüßen
—————
Kommentar von: Pantau geschrieben am: Mittwoch, 8. April 2009
Mit der Aussage, “Killerspiele” würden nur einen Bruchteil des Computerspielmarktes ausmachen, muss man vorsichtig sein, denn es gibt ja höchst unterschiedliche Erklärungsansätze was ein “Killerspiel” eigentlich sein soll. Wenn damit Spiele gemeint sind, die den schon lange bestehenden Straftatbestand Gewaltverherrlichung erfüllen – dann gibt es tatsächlich nur sehr wenige “Killerspiele”.
Wenn “Killerspiel” gleichbedeutend mit Egoshooter sein soll, wie oft impliziert wird, dann betrifft es auch wesentlich mehr Spiele als nur wenige Prozent, denn Egoshooter gehören zu den wichtigsten und beliebtesten Computerspielgenres.
Wenn aber, so wie es die CSU fordert, jedes Computerspiel, in dem Gewalt gegen menschenähnliche Wesen ausgeübt werden kann damit gemeint ist, dann sind fast alle Actionspiele gleichzeitig “Killerspiele” und somit müsste der Großteil aller Computerspielgenres verboten werden.
Kommentar von: Kessler geschrieben am: Dienstag, 9. Juni 2009
Das ist der Hammer!
Ich weiss ja nicht,aber hat man nicht bei Richter und andere Hohe Beamte auf dem PC
Kinderpornos gefunden?
Oh sorry! das nennt man ja Killerspiele oder?
Ich bin 48Jahre und habe 3 Kinder,und finde
es eine frechheit uns als Pedofil dazustellen.
Wenn das so sein sollte das wir b.z.w alle die
AA3 Spielen Pedofil sind,dann hat der Staat mich
1982 Pedofil ausgebildet beim Bund.
OK dann heisst es nicht mehr Bundeswehr sondern
Pedofilwehr oder?nicht wahr Herr Joachim
Herrmann
Kommentar von: KT-Blitz geschrieben am: Donnerstag, 23. Juli 2009