Baum der Erlösung: Tatort am Sonntag sorgt für Wirbel


Tatort - Baum der Erlösung: Selten wurde über einen “Tatort” im Vorfeld soviel geschrieben, wie über die heutige Sendung “Baum der Erlösung”, der in einer ländlichen Region Tirols spielt und die Problematik von “Multikulti” in Österreich thematisiert.

Ich bin selber mit etwas Skepsis an die Tatortfolge “Baum der Erlösung” herangegangen, da ich durch die vorherigen Medienberichte einen extrem politisch korrekten Tatort mit “Migrations-Kuschelzwang” erwartet habe.

Aber es kam zum Glück alles anders und der heutige Tatort entwickelte sich zu einem wirklich spannenden Krimi, der hoffentlich in den kommenden Tagen irgendwo wiederholt wird!

Baum der Erlösung, ein wirklich sehenswerter Tatort?

Thema des Tatorts “Baum der Erlösung” waren unaufgeklärte Todesfälle von muslimischen Gastarbeitern in Tirol, welche angeblich alle am besagten “Baum der Erlösung” durch Erhängen Selbstmord begingen.

Ursprung der innerdörflichen Auseinandersetzung zwischen Einheimischen und den Gästen war der Neubau eines Minaretts, welcher gegen den Willen eines nicht unerheblichen Teils der Bevölkerung durchgeführt wurde und seit dem Bau auch ein immer wiederkehrender Anlass für Auseinandersetzungen ist.

Auf der ARD Tatort Webseite war zu dieser Folge zu lesen:
“…die Stimmung im Tiroler Telfs ist explosiv, denn der Bau eines gerade fertig gestellten Minaretts ist höchst umstritten. Unversöhnlich stehen sich zwei Clans gegenüber – mit den Patriarchen Klaus Larcher für die Tiroler und mit Kazim Ozbay für die türkische Familie an der Spitze. Das Minarett ist nur der Anlass, in Wirklichkeit geht es um die strenge Trennung der Kulturen…”
(Quelle und Originaltext: daserste.de)

Schon nach wenigen Minuten schien der Film in die typischen Schubladen “böse Österreicher” und  “liebe Türken” abzudriften, aber etwas später war dann klar, dass irgendwie alle Dreck am Stecken haben – die bürgerlichen Hetzer auf der einen und die traditionell fundamentalistischen Türken auf der anderen Seite, also eine bunte Mischung aus Vorurteilen und religösem Wahn und der angeblichen Gleichstellung der Frau in der muslimischen Gesellschaft…

Baum der Erlösung: der Tatort in der Presse

“…dass der “Tatort” aus der Alpenrepublik wieder ein besonderer sein wird, lässt sich beim alles andere als konfliktscheuen Drehbuchautoren Felix Mitterer vermuten. Der Mann, der vor rund 20 Jahren mit der viel beachteten “Piefke-Saga” auf sich aufmerksam machte, legt auch im “Baum der Erlösung” – sein zehntes “Tatort”-Drehbuch – die Finger in zahlreiche Wunden. In diesem Baum hängen immer wieder einmal die Leichen junger türkischer Frauen. Zunächst geht die Polizei von Selbstmorden aus – es ist einfacher so. Doch nachdem einer Gerichtsmedizinerin auffällt, dass die bis dahin letzte Leiche Gewaltspuren aufweist, wird der Wiener Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in die Tiroler Marktgemeinde Telfs entsandt. Dort steht neuerdings mittendrin ein nicht sehr hohes, aber eindeutig ein Minarett. Die Wut mancher Einheimischer über dieses vom angefeindeten Bürgermeister genehmigte Bauwerk bricht immer wieder offen aus…”
(Quelle und Originaltext: bietigheimerzeitung.de)

“…wie abgezählt teilen sie sowohl in Richtung der radikal folkloristischen Tiroler aus als auch in die der fundamental muslimischen Migranten. Hier agiert man an der Schwelle zum Rechtsradikalismus, dort geht man mit Zwangsheiraten gegen aufsässige Töchter vor. Beinahe ist man genervt von so viel paritätisch abgewogener Schelte – doch dann erkennt man eine kluge Erzählrichtung: Interessanterweise fallen nämlich ausgerechnet die jungen, gemeinsam sozialisierten Menschen in besonders radikale Haltungen. Ein bisschen erinnert das an Wildwesttragödien, in denen die alten Rinderbarone längst nicht jene Brutalität aufbringen wie ihr Nachwuchs. Der Hass, der bei den Alten nur noch Gewohnheit ist, entlädt sich bei den Jungen in fatalem Fanatismus…”
(Quelle und Originaltext: taz.de)

“…Minarettstreit und Zwangsheiraten in einem Tiroler Dorf – so etwas verlangt, wie man im österreichischen Innenministerium findet, eine „sensible Handhabung“, und deswegen muss der wegen eines Wespenstichs krankgeschriebene Chefinspektor Eisner einrücken, von dem offenbar nicht zu befürchten ist, er werde den türkischen Teil der Bevölkerung mit Sprüchen nach Art von „Wir sind hier nicht in Istanbul“ reizen. Jemand vom Schlage eines Derrick – er ruhe in Frieden – wäre mit der Materie wohl überfordert gewesen; nicht so der alleinerziehende Vater, der seiner Tochter mit Kontrollanrufen am Handy zusetzt und sich geduldig mit dem Vornamen anreden lässt: „Moritz, du nervst.“ Aber was macht Eisner im tirolisch-türkischen Milieu? Er greift durch wie sonst auch: „Ihr seid hier nicht in Istanbul!…”
(Quelle und Originaltext: faz.net)

Und so kam dieser Tatort dann zum Glück “ohne weitere nennenswerte Klischees” aus und war dennoch bis zur letzten Minute teilweise recht spannend und sogar etwas unterhaltsam…  Hoffentlich fühlen sich jetzt nicht wieder irgendwelche politischen oder religiösen Minderheiten auf den Schlips getreten, wie beim sogenannten Aleviten-Tatort im Dezember 2007…

Allerdings reiht sich auch dieser Tatort wieder in die vorherigen Folgen ein und wahrscheinlich sehne nicht nur ich mich nach “Schimaski” zurück, denn damals war der Tatort einfach besser!

Mehr möchte ich zum Baum der Erlösung nicht verraten, denn irgendwo findet Ihr mit Sicherheit noch eine Möglichkeit, diesen Tatort zu sehen…

Baum der Erlösung : Kritische Stimmen zum ARD Tatort

Natürlich gabe es nicht nur positive oder mehr oder weniger neutrale Stimmen zum neuen Tatort “Baum der Erlösung”, die wir Euch natürlich auch nicht vorenthalten möchten. Die jeweiligen Quellenangaben findet Ihr, wie immer am Ende des jeweiligen Zitates:

“…Die Döner-Saga: Kampf der Kültüren vor Alpenpanorama: Tiroler und Türken liefern sich einen mörderischen Glaubens- und Gebirgskrieg (…) Maliziös rückt während einer Verfolgungsjagd ein Martherl-Kreuz am Wegensrand ins Bild, während der katholische Hilfskommissar vom flüchtigen Türken abgehängt wird. Oh, Jesus! Krassnitzers Vorgesetztem in Wien legt der Drehbuchautor augenzwinkernd die explosivstmögliche Gemengelage für einen Lokalsskandal in den Mund: „Journalisten, Politiker, Türken, Tiroler!“ Schlimmer geht´s nimmer. Die Figuren sind im Schlaglicht der TV-Strahler flackernde, hyperreale Prototypen ihrer selbst. Den Anti-Held des alpinen Mini-Dschihad gibt Martin Leutgeb, un-heimlicher Star vom Staatsschauspiel Stuttgart…”
(Quelle und Originaltext: focus.de)

“…Türken, Tiroler und Tote: Sturköpfige Einwanderer, die ihre Töchter zwangsverheiraten wollen. Fiese Einheimische, die gegen die Zugewanderten hetzen. Dazwischen der überforderte Chefinspektor Moritz Eisner: Der Österreich-”Tatort” hat ein eigentlich gutes Anliegen gehabt – es aber durch übertriebene Schwarz-Weiß-Zeichnung diskreditiert. In dem beschaulichen Tiroler Städtchen Telfs gärt es: Da haben die zugewanderten Türken doch tatsächlich die Frechheit besessen, eine Moschee mit Minarett zu errichten. Und das im “heiligen Tirol”! Da kann man als Einheimischer schon mal auf die Barrikaden gehen…”
(Quelle und Originaltext: stern.de)

“…die Verblödung dort durch das GEZ-Fernsehen kennt meist keine Grenzen. Heute hing Ayse tot an einem Baum, ihr  österreicherischer Freund lag erschlagen im Teich. Serkan, der Bruder Ayses, polterte herum und mußte eine halbe Stunde den Verdächtigen mimen. Aber, Sie ahnen es, liebe Leser, der Mörder war natürlich nicht der Türke und nicht der Gärtner, sondern der  Tiroler Georg, dieses rassistische Miststück! So ein durchsichtiger Scheißdreck wird in der ARD zur besten Sendezeit ausgestrahlt…”
(Quelle und Originaltext: fact-fiction.net)

Aber egal, was man von diesem Tatort hält: Auf jeden Fall wird darüber gesprochen und heftik diskutiert. Somit auf jeden Fall besser als das “Musikantenstadl” oder anderer Unsinn, welcher von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (von Steuergeldern bzw. “freiwilligen” GEZ Gebühren) finanziert wird!

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Kategorien: Kino und TV Politik

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Verfasser 4. Januar 2009 – 21:41 Uhr

  1. Derzeit gibt es schon 6 Kommentare zum Artikel:
    Baum der Erlösung: Tatort am Sonntag sorgt für Wirbel

  2. Ein nur vordergründig die Realität widerspiegelnder Tatort! Die doch sehr gekünstelte und der Realität widersprechende Täterschaft sorgt dafür, daß die politisch Korrekten im Lande ruhig schlafen gehen können!
    Schade, wieder eine Chance vertan die Dinge so zu zeigen, wie sie tatsächlich sind!

    By locuta on Jan 5, 2009

  3. Eine linkssozialpädagogische Propagandasendung zur Volkerziehung im Sinne des Multikulti! Besonders und gerne gesehen von den GutmenschInnen mit den Doppelnamen.

    By Hottentott on Jan 5, 2009

  4. Kommentar vom Tutsi
    @locuta & Hottentott:
    Was habt Ihr denn bitteschön von den öffentlich rechtlichen Steuergeldsendern erwartet – Etwa eine Kritik an der europäischen Einwanderungspolitik? Aber, wie schon gesagt: Es hätte durchaus schlimmer kommen können – oder?

    By admin on Jan 5, 2009

  5. Die Geschichtsschreibung marxistischer Lesart begann die Beschreibung einer historischen Situation stets mit einer Analyse der vorhandenen Klassen zum gegebenen Zeitpunkt. Dann wurde festgelegt, welche Klassen die Ausbeuter (die Bösen) und welche Klassen die Ausgebeuteten (die Fortschrittlichen, die Guten) waren. Jeder Roman oder Film, der in einer derartigen historischen Situation angesiedelt war, mußte diese Klassenstruktur in den Akteuren des “Kunstwerkes” widerspiegeln. Damit wußte jeder marxistisch gebildete Leser oder Zuschauer von vorn herein, wer in dem Epos der Verbrecher /Unterlegene und wer der Gutmensch / Sieger war (Das nannte man damals “parteiliche Kunst”, heute nennt sich das “politische Korrektheit”). An diese Erfahrungen meines 40-jährigen DDR-Lebens wurde ich erinnert, als ich gestern Abend den Krimi “Baum der Erlösung” sah. Jemandem mit meiner Erfahrung wäre es nicht im Traum eingefallen, anzunehmen, daß zum Schluß ein Türke der Täter war. So wie die Abbildung der Realität im Sozialismus zur Gesundbetung des Faktischen führte, sind Filme wie die von gestern Abend dazu da, uns, die Zuschauer, darüber zu belehren, wie die Realität auszusehen habe.

    By annaradack on Jan 5, 2009

  6. Unfassbar, diese Verdreherei! So ein Schmarrn bewirkt das Gegenteil, was es soll. Der Islam ist nun einmal eine Frauen verachtende Religion, da können noch so viele VHS-Seminar die Exegese verdrehen…

    By Christoph Rohde on Jan 9, 2009

  1. 1 Trackback(s)

  2. Jan 5, 2009: Tatort Telfs - Killertürke oder Rassistentiroler? « Tatort, Tiroler, Harald, Darstellung, Mitterer, Folge, Sonntag, Wiener « die konsumkinder

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